Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 268 (sequence 14)
- Language
- German
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268 Sabbothfcicr. Eine Sammlung Predigten re. von M. Präger. Söhne der Zeit ebenso opferwillig, wenn es gilt, ein Interesse, einen Genuß, eine Gewohnheit anfzugeben, wenn das nnzweideutige Gotteswort dagegen spricht? Wird da nicht alle Sophisterei zn . Hülfe gerufen, um das lantrufende Gotteswort zum Schweigen zu bringen? Hat nicht, wie Fama verkündet, ein jüdischer Pastor in der ihm eigenthümlichen Pastoral-Klughett von der Kanzel herab seiner Gemeinde das Arrangement vorgeschlagen, am Sabbath wes nigstens während des öffentlichen Gottesdienstes die Lüden schließen! zn wollen! Ist es doch in einer bedeutenden Stadt Süddeutschlands so weit gekommen, daß die Schließung der Lüden an Sabbathen s und Festtagen vertragsmüßig sestgestellt werden soll! Ist das Opferwilligkeit? s Und die ״edle, heiligende Meuschenthat," ist sie blos ein Charnkteristiknm unserer Zeit? So wenig wir auch gedenken, diese Eigenschaft der Neuzeit gänzlich abznsprechen, so müssen wir dennoch zur Ehre unserer gottesfiirchtigen Vorfahren behaupten, daß sie noch in einem weit hoher« Grade, als ihre jetzigen Nachkommen, die s ״edle, heiligende Meuschenthat", als nnverüußerliches Erbe Israels s übten. War etwa die Mäßigkeit, die Sittenreinheit, die Familieni innigkeit, die Nächstenliebe, die Wohlthatigkeit unserer Alten eine minder glänzende als bei dem jüngeren Geschlechte? Das wird wohl Niemand, mag man noch so sehr mit der edeln, heiligenden Menschenthat der Neuzeit prahlen, behaupten wollen. Ja noch mehr! s Jetzt ist diese Thai zur Gefühlssache herab gesunken; ehemals aber s hatte sie ihre Wurzel in Gott und Thora. Das ist edle heiligende Meuschenthat, nur daun heiligt sie den Vollbringer derselben und erreicht den höchsten Grad der Verdienstlichkeit, wenn sie nicht auS Sentimentalität, sondern ans Pflichterkenntniß stießt. Entzieht man z aber dem jüngeren Geschlechte den Boden der Pflicht, den Glauben! an die Göttlichkeit und Unabänderlichkeit der Thora, so ist die; edle, heiligende Meuschenthat, — wäre sie auch ein Kikajon — s nur die Geburt einer Nacht, die in der darauf folgenden Nacht r wieder ersterben kann. Ja, wir stimmen vollkommen mir dem Vsrk fasser (S. 12) überein, daß wir gern und gottergeben im Lebe» f dem Herrn unsere Opfer bringen sollen; wir fügen aber hinzu,; daß nur Derjenige gottergeben opfert, welcher die aonäitäo *ine qua nי ס, den Gehorsam (1 Sam. 15, 22) nicht außer Acht läßt;