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Jeschurun · 1860-02-01 · Heft 5 (Februar 1860) · p. 265

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 5 (Februar 1860)
Article
[Rezension]
Date
1860-02-01
Page
265 (sequence 11)
Language
German
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von Rabbiner J> Löwenstein. 265 ders gewesen in der Wüste, anders zur Zeit der Richter, anders zur Zeit der Richter, anders unter der Wirksamkeit der Propheten, anders zur Zeit Esras, anders zur Zeit des Talmuds." Wir nehmen aber nicht gerne Etwas auf Treue und Glauben hin; wir möchten zu dieser kategorischen ״thatsächlichen" Beweisführung erweisliche Thatsachen, und müssen, so lange man uns diese schuldig bleibt, gegen die ganze Beweisführung als Nichts beweisend und unerwiesen protesttrcn. Jedenfalls aber wird dem letzten der Propheten, Maleachi, nach des VerfaffersMeinung eineEhre erwiesen, die er gewiß ablehnt. Er kann dem sogenannten ״Fortschritte", der beliebten ״Entwickelung" der Reltgionsformen unmöglich huldigen. Er ermahnt ja am Schluffe seines Buches, unter ganz anderen ״Verhältnissen und Bedürfnissen," als unter denen, welche zur Zeit Moses obgewaltet haben, zum Gedenken aller einzelnen Bestandtheile der Lehre Mosis. Hat er hiermit allen seinen prophetischen Vorgängern in's Angesicht geschlagen? Müßte er hiernach nicht vielmehr, wie unser Einer, als ״Stabilitäts-" oder als ״Rückschrittsmann" verschrieen werden? Offenheit und Freimüthigkeit! Aber auch die Wetter angeführten Beispiele sind nur Beispiele einer verkehrten Logik. Wie? weil König Chiskta die von Moses gefertigte kupferne Schlange, die zum Götzendienste Beranlaffung gab, zertrümmerte, müsse der ״Fortschritt" erwiesen sein? Chiskta hat kein göttliches Gebot hiermit verletzt. Nirgend ist die stete Aufbewahrung jener Schlange zum Gesetze erhoben worden. Wie kann also daraus gefolgert werden, ein Thoragesetz ״nach dem Bedürfniß der Zeit" aufheben zu können? — Neberdieß ist nicht Alles ״Mißbrauch und Zrrthnm", was als solcher zuweilen nur in dem Gehirne unsrer Reformer vorhanden ist, von denen aber noch Mancher vorerst auf die Schulbank jüdischer Wissenschaft sich setzen sollte, bevor er über vermeintliche Mißbrauche und Irrthümer den Stab bricht; und finden sich solche im Volke vor, so sollte er sie durch die Macht des Wortes, durch die besiegende Kraft des Gotteöwortes zu beseitigen trachten; nicht aber ״das Kind mit dem Bade ausschütten;" nicht über die Trümmer mancher Rcligionspflicht leichtfertig htnwegschreticn, um an ihrer Stelle einen Neubau aufznführen, der seine Begründung nur im Eigendünkcl hat. —

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