Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 264 (sequence 10)
- Language
- German
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264 Sabdathfeler. Eine Sammlung Predigten!e. von M. Präger. cham. Wollet Ihr, geliebte Gebeine, nicht in das Lebehoch einstimmen, welches die Söhne der Zeit dieser Chachniah bringen — nnd dieses könnet Ihr ja nicht — so könnet Ihr nicht die Schmach und den Hohn ertragen, welche jetzt aus jüdischem Munde, in jüdischer Versammlung, in jüdischem Gottcshause über Euch geschüttet werden. Zhr wäret hiernach die Thoren, die Finsterlinge gewesen; nur Diejenigen, die Eure Grundsätze verwerfen, die das Orakel der Nützlichkeit w. zu deuten wissen, sie allein seien die Chachamim, die Erleuchteten. O bleibet doch in Euern Gräbern in Frieden und Ruhe! Wir würden zwar — wenn wir uns mit den Ansichten des Verfassers auch nur einigermaßen befreunden könnten — demselben Gerechtigkeit widerfahren lassen, indem er ja nicht die ganze Religton, wie sie uns durch Moses überkommen ist, zu antiquiren bemüht ist, sondern ״das Wesen der׳ Religion" von der ״äußern Erscheinung," von der ״Form" strenge unterschieden wissen möchte. Nur die Form (S. 10) ״müsse sich nach dem jeweiligen geistigen Standpunkte" 1c. richten. Abgesehen aber von der Frage, ob die Form der Religion einen andern Urheber habe, als den des Wesens, läßt uns der sonst so ״offen und frei" redende Prediger hierbei gänzlich im Dunkeln und spricht sich nur ״in allgemeinen Sätzen" aus. Desto offener und freier müssen wir daher fragen: Was istWesen und was Form? Wir fordern eine Definition dieser Worte, um danach wissen zu können, was ״unantastbar" bleiben müsse und was nach den verschiedenen ״geistigen Standpunkten" sich zu richten habe. Soll etwa ״Nützlichkeit und Brauchbarkeit, Entsprechen den Verhaltniffen und Bedürfnissen", der ästhetische Geschmack am ״Freundlichen und Einladenden" den Maßstab dazu abgeben? O, ar- ׳י mes Chumesch! welche beständige Metamorphose müßtest Du Dir von Geschlecht zu Geschlecht gefallen lassen! Dein größter Theil müßte Makulatur und der kleinste etwa ein Katechismuslein werden! — Und danach scheint unser Mvdepredigor in der That zu trachten, obgleich seine selbstgefällige Offenheit nnd Freimüthigkeit ihn hierbei verlassen bat. Was er nicht klar und deutlich ausspricht, das erläutert er ja durch Beweisführung und Beispiele. Nach seiner Meinung sei die Form der Religion ״thatsächlichrcm-