Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 263 (sequence 9)
- Language
- German
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von Rabbiner Z. Löwenstein. 263 loderte ihnen Heller auf, als die Flammen, in welchen sie ״in Gottes Namen" ihren qualvollen Tod fanden; weil sie sprachen: nur ״in Deinem Lichte sehen wir Licht". Treten wir nun hin zu den Schiffbrüchigen unsrer Tage, welche den Wahn hegen, mit ihrer Geisteslampe die Thora beleuchten zu können; welche viele Religivnspflichten als ״Formen ohne Geist" über Bord zn werfen sich berechtigt halten, um nur Das zu retten, was (S. 9) ״nützlich und brauchbar", was ״unfern Verhältnissen und Bedürfnissen entspricht", was sich ״freundlich und einladend gestalten" läßt —. O, meine gute Mannheimer Kanzel! wie gefügtg, wie elastisch bist Du! Wie leicht ließest Du Dich doch von der Synagoge in eine Kirche und von dieser wiederum in eine Moschee!c. versehen! — Ihr unglücklichen Alten! Euch wird zwar von der Mannheimer Kanzel herab eine Thräne der Pietät gezollt, als hättet Ihr Eure israelitische ״Ausgabe unter den schwersten Opfern, unter Verfolgung und Anfeindung erfüllt;" aber kaum einige Augenblicke nachher wird derjenige Jüngling zum ״Chacham" gestempelt, der sich von einem geübten Bergmanne, mit der Geist cslampe versehen, in den tiefen Schacht seiner Chachmah führen und sich unterweisen läßt, wie Gerolle von edlem Metalle zu unterscheiden sei; der ״ihn über das göttliche Gesetz aufklärt;" d. h.: der für ihn ans diesem göttlichen Gesetze Das wählt, was nach seiner Geisteslampe nützlich und brauchbar den Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechend, freundlich und einladend ist. Gebeine der Märtyrer der Vorzeit! Ihr habt Euch vielleicht schon geregt, um die Lorbeerkrone in Empfang zn nehme», welche von der Mannheim er Kanzel herab Euch gereicht wurde, oder Ihr wäret schon bereit, um zu den Füßen des Meisters Euch zu setzen, um ans die Worte desselben zu lauschen, wie er seine Zuhörer aneifern werde, Euerm gottseligen Beispiele zu folgen, für Gesetz und Lehre das Theuerste hinzugeben, Verhältnisse und Bedürfnisse nicht zu beachten da, wo es gilt, das Judenthum, selbst unter Qualen und Martern, zu bekennen. Aber nein, gerade das Gegcntheil vernehmetJhr; eine Nützlichteits- und Branchbarkeitstheorie höret Ihr; eine Accomodation an Verhältnisse und Bedürfnisse wird gelehrt; ein Kokettiren mit dem Freundlichen und Einladenden inache den Jüngling zum Cha-