Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 258 (sequence 4)
- Language
- German
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258 Sabbathfeter. Eine Sammlung Predigten re. von M. Präger. den abhold ist; weil es, kurz gesagt, die Priesterlichkeit Israels zum Ziele hat —. Und ist diese Sendung Israels, seine Priesterlichkeit, schon jetzt so weit gediehen, daß Menschen die dreiste Hand an das von Gott selbst errichtete Heiligthum der Religion legen und es nicderreißen dürften, um einen von jedem veränderten Zeitgeiste abhängigen Neubau aufzuführen, zu welchem das Fundament des alten bloße Erinnerungssteine liefern soll? Gotteswort sollte zur Gedächtnißsache herabgewürdigt und Menschenwort auf den Thron erhoben werden? — Suchen wir aber in der vorliegenden Predigt, wie in vielen anderen Erscheinungen der Zeit, den innern Kernpunkt, das Motiv ihrer Entstehung, so ist cs nichts Andres, als das seit einer Reihe von Zähren so sehr beliebte ״Christel!!". Dank, innigen Dank Allen, welche für die bürgerliche Gleichstellung unsrer Glaubensgenossen mit den übrigen Stantsbewohnern mit aller ihnen rechtmäßig zustehenden Kraft, in lebendigem Worte und in geschriebener Darstellung in die Schranken traten und treten. Höchst erfreulich ist es wahrzunehmcn, wie der Jsraelite — ohne Unterschied der religiösen Richtung —‘ hinsichtlich der Kunst und Wissenfchaft, der Industrie und der Gewerbe, der Sitten und Lebensweise, seit mehr als einem halben Säculum, seitdem der Morgen der Menschenrechte auch ihm dämmerte, mit den Bekennern einer andern Religion sich zu amalgamiren strebt. Diese Amalgamatiou aber auch auf das Gebiet des Heiligthums zu übertragen, des Priestergewandes sich zu entkleiden, um im bürgerlichen Rock des bürgerlichen Rechtes sich vergewissern zu wollen: Das ist nicht israelitisch, nicht des Kaufpreises würdig. Auch wir reden ״offen und frei". Ist der in dieser Predigt eingenommene Standpunkt nicht eben derselbe, auf welchen sich das Christenthum gestellt? Auch es hat ״einen Umbau, einen Neubau" bewirkt, zu welchem es die Fundamente des alten als ״heilige Erinnerung" benützte. Das Chrtstenthum war aber dazu berechtigt; sein Dogma lehrt diesen Um- und Neubau als göttlichen Ursprunges. Was berechtigt aber den Juden, seinen eigenthümlichen ״Schmuck vom Berge Horeb abzulegen" und sich mit erborgtem Glanze zu schuiücken? Wägt die beabsichtigte Gleichstellung die Verschiedenheit der Glaubensbekenntnisse so aus, daß man die Edelsteine in Israels Krone ausbrechen und denselben nur