Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 257 (sequence 3)
- Language
- German
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מסע Rabbiner 3• Löwenstein. 257 1] 1er Rede sprechen möchtenden ״Jesaia" (S. 3) ausgestellt wird. Der Redner bietet ja mir, was Gott ihn reden lehrt (S. 4); folglich,;5 so dachten wir, mich sa auch in diesem ״Hciligthum" Gott wohnen. :« Aber welche bittere Enttäuschung! Wortschall rernehmen wir; aber 5 keine Gestalt eines Heiligthnms nehmen wir wahr; nur Schall! Wir danken zwar den! angeblichen Sendboten Gottes dafür, i daß er ״offen und frei redet" (S. 4); wir erkennen aber gerade hierin nur, daß der Heiligenschein, mit welchem er sich umgibt, eben i; nur Schein, nur Blendwerk ist; nur menschliches Machwerk, das ß man für GvtteSwort ausgiebt; nur kalte Berechnung der Zeitveri hältniffe, welche die Hcrzenswnrmc ״eines sedcn für seinen Glau-;י ben fühlenden Israeliten" verdrängen soll; nur eine Gottesverehrnng tl mit Mund und Lippen, mit fern gehaltenem Herzen; nur Menschen- ׳ gebot (Jes. 29, 13). Denn unser Bezalel wiü nicht ein Hetligthum is errichten aus den Bausteinen, welche die Israeliten am Sinai mit dem übereinstimmenden Ausrufe zusammentrugeu: ,,wir wollen Al-- % les pünktlich erfüllen, was der Herr uns aufgetragen"; er hält ja 1 das alte Gebäude für ,,baufällig", als hätte der über Zeit und Raum erhabene, unendliche Gott sein Meisterwerk, die Thora, so; unvollkommen geschaffen, daß es dem Zahne der Zeit, dem Wechsel der Klimate nicht widerstehen könnte; er will ja ,,einen Umbau,; einen Neubau", bei welchem das alte ״Fundament" nur dazu benicht werden soll, ״damit die heilige Erinnerung aus dem alten Baue in den neuen sich gemüthvoll herüberziehe". — Ist hiernach : dieser selbstgefällige Heiltgthumsbauer בצל־־אל, um sagen zu können, er biete, was Gott ihn reden lehrt? Die sinaitischen Israeliten sind wir allerdings nicht mehr; leider! Wir haben jetzt andere Mose's, : : die uns außerhalb des Lagers führen; aber nicht Gott, sondern der! falschen Zeitrichtung entgegen. Nicht baufällig ist jenes altehrwürdige Gebäude geworden; es trotzte und trotzt noch immer jedem 'Sturme von außen und jeder Windbeutelei von innen. Daß Viele!.,seiner Bewohner es verlassen haben, beweist keineswegs, daß es morsch und unbewohnbar ist. Ein Blick mir auf die Zustände nn- .;; serer Zeit in allen andern Beziehungen überzeugt uns, daß das Heiligihum der Religion nur deswegen von Manchen seiner ehemaligen Bekenner verlassen wird, weil es die erwünschte Bequemlichkeit nicht ׳ bietet; weil es Enthaltsamkeit fordert; weil es dem materiellen Stre- 1