Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 256 (sequence 2)
- Language
- German
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250 Sabbathfeiev. Eine Sammlung Predigten re. von M. Prager Unnütz würde aber der Versuch sein; weil der tobte, geschriebene Buchstabe jedenfalls die Macht des lebendigen Wortes z» überwältigen nicht im Stande ist. Ganz anders verhält es sich aber, wenn man mit seinem Gegner auf gleichem Boden — ans dem der Schriftsprache — steht, wo jeder Unbefangene mit kalter Vernunft und ohne äußern Einflnß zu prüfen vermag. Ganz anders, wenn der Redner die Grenze seines Kreises überschreitet und zu einem größer« Publikum sich Bahn zu brechen sucht. Da ist Niemand unberufen, Niemanden es frei gestellt, ob er seine Stimme erheben wolle, um das Unwahre und somit die Schädlichkeit des Dargebotenen laut zu verkünden und es vor Aller Augen in seiner Blöße zu zeigen, oder nicht. Da ist es Pflicht und Schuldigkeit eines Jeden, der ein religiöses Herz im Busen trägt, dem lesenden Publikum zu sagen: ״Prüfe und urtheile"! Diese allgemeine Vorausschtckung hat in's Besondere eine nun vor die Oeffentlichkett tretende Druckschrift zum Gegenstände, betitelt: Sabbathfcier. Eine Sammlung Predigten zur Befestigung des religiösen Sinnes von M. Präger, Stadtrabbincr in Mannheim, von welcher Sammlung eine Predigt ״das Heiligthum der Religion" (über 2. B. M. 26, 8) bereits erschienen ist. Wir konnten schon bei dem Titelblatte verweilen und billigermaßen fragen: was soll der weite Begriff von ״Sabbathfcier" in der engen Grenze einer Predigtsammlung bedeuten —? ferner: wozu die nähere Bezeichnung ״zur Befestigung des religiösen Sinnes"? Ist dieses nicht der Zweck einer jeden Predigt? Oder will der Verfasser damit anderweitige Zwecke seiner Predigten, als Er- Weckung, Läuterung, Hebung des religiösen Sinnes re. ausschließen? — Nicht gewohnt, zwischen den Zeilen zu lesen, am allerwenigsten in Predigten, denen doch (folglich auch ihrem Aushängeschilde) Popularität unentbehrliche Eigenschaft sein muß; auch davon weit entfernt, einer Tadelsucht zu huldigen, die sich mit Gier auf einzelne Wörter wirft und schon in einem Titelblatte Nahrung sucht: verlassen wir diesen ״Vorhof" und betreten mit Scheu und Ehrfurcht ״das Heiligthum der Religion" selbst, wie es hier von einem beredt gemacht sein wollenden ״Mose", von einem in geflügel-