Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 248 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. VII. mer vor Augen leuchte—; und die praktische Huth, der die Verwirklichung dieses Ideals also das Höchste, also die Summe der ganzen Lebensaufgabe gilt, daß ihr für diesen Zweck kein Opfer zu groß, daß sie für diesen einzigen Lebenszweck mit ernster Gewissen- Hastigkeit sich selber Alles aus dem Wege räumt, was sie nur zur Verscherzung dieses Ideals, daß sie sich mit freudiger Bereitwilligkett Alles selbst auserlegt, was sie nur der Erfüllung dieses Ideals näher zu bringen vermag. Diese zwei Setten der Geseheshuth, der Geist und die Gewissenhaftigkeit, die Theorie, und die Praxis des göttlichen Gesetzes, sie sind aber ja gerade zwei Seiten, die vor Allem zu einander gehören, die einander nie zu entrathen, die einander nie zu ersetzen vermögen, die ihren Werth erst eine an der anderen und durch die andere finden. Sie sind's ja vor Allem, durch die die Gcsetzeshnth selber bereits Jahrtausende herab das sich ein» ander ergänzende und bedingende Cherubim-Paar geworden, das zusammen seine Fittige über das gesetzhüthende Israel ausgebreitet, es geschirmt und erhalten, und es zur Stätte der göttlichen Herrltchkeit auf Erden vollendet — sie vor Allem sind es ja, durch die כפרח in seiner Vollendung zu שני כרובים משני קצותיו wird, סוככים בכנפיהם על הכפרה — אל הכפרה פניהם — פניהם איש אל אחיו — פורשי כנפים למעלה!! Für welche dieser Auffassungen wollen wir uns entscheiden? Sollten sie vielleicht alle drei nicht irre gehen? Sollte das Ehernbim-Paar vielleicht allen diesen gepaarten Beziehungen des Gesetzes, seiner Erfüllung und seiner Huth gelten, und der כפרה mit seineu beiderseitigen Cherubim eben die Einseitigkeit in jeder Beziehung von Erfüllung und Huth des Gesetzes ausschließen und nur von der allsettigen Erfüllung und Huth des ganzen Gesetzes — הורה ר' המימה — den Schutz und die ' Erhaltung und die segnende Bundesnähe Gottes verheißen? Sollte vielleicht auf diese Beachtung und Erfüllung des göttlichen Gesetzes nach allen beiden Seiten hin die so oft erscheinende Mahnung hinblicken: לא תסור ימין ושמאול? Wir lassen diese Fragen als Fragen stehen, um die Möglichkeit noch einer andern Auffassung auszusprechen, die, wenn sie vielleicht der Wahrheit noch näher liegen sollte, uns der Beantwortung dieser Fragen überhaupt entheben würde. Wir anttcipiren hier einen erst im Verfolge unserer Versuche