Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 242 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Grundlinien einer jüdischen SymbolibVH. Wohnen ans den Cherubim bezeichnet sei. Man vergleiche יושב הארץ mit יושב בארץ und überhaupt alle die Stellen, in welchen יושב mit oder ohne Präposition zu einem örtlichen Objekt in Verbindung gesetzt ist. Auch im Heilig th um erscheinen sie offenbar in dieser doppelten Bestimmung. Schon die Beschreibung ihrer Stellung spricht dies ans: ״Die Cherubim sollen ihre Flügel aufwärts ausbreiten — (nhpvh: aufwärts, nicht מלמעלה: darüber) — deckend, סוככים, mit ihren Flügeln über den Deckel, ihr Angesicht einer dem andern zugewendet; zum Deckel hin soll das Angesicht der Cherubim gerichtet sein." Die Bestimmung zu schützen und zu schirmen ist ausdrücklich. Sowohl das סוככים der Flügel als die Richtung des Angesichts auf den Deckel spricht diese Bestimmung deutlich aus. Allein auch die andere Bestimmung scheint uns in dem פורשים כגפים ausgesprochen zu sein. Die über den Deckel hin auswärts gebreiteten Flügel erfülltengleichzeitig die doppelte Besiimmung, sie schützten den Deckel und trugen die göttliche Herrlichkcit. Die schirmende und bewahrende Bestimmung tritt allerdings in der Erscheinung in den Vordergrund, so Wohl das Schirmende, als das zu schirmende Objekt ist sichtbar. Die zweite Bestimmung spricht sich jedoch nur durch die zum Tragen eines oberhalb Ruhenden gebreitete Stellung der Flügel aus. Die Träger und die tragende Thätigkeit ist sichtbar, unsichtbar aber das zu Tragende. Denn das ist eben die in kein Bild zu fassende Herrlichkeit Gottes. Daß aber die Cherubim der Lade die göttliche Herrlichkeit zu tragen bestimmt wareu, das bezeugt eben der oben bereits cttirte Ausdruck יושם הכרובים, sowie insbesondere die ebenfalls citirten Stellen aus Ezechiel. In den Kap. 9, 10 des Ezechiel wird סילוק שכינה, das Weichen der Gottesherrlichkeit aus dem der Zerstörung verfallenden Tempel ge- ,schildert, und ist dort das bisherige Ruhen derselben über und auf den Cherubim! des Tempels völlig evident. Obwohl daher Pf. 18, 11 ein Cherub im Allgemeinen als Träger göttlicher Crschetnung. auftritt, so sind wir doch durch jene Stellen im Ezechiel um so mehr berechtigt bei dem Attribute יושכ הכרובים an die Cherubim der Bundeslade im Allerheiltgstcn zu denken, da dieses Attribut größtcnthetls in Zusammenhang mit Bezeichnungen des innigsten Bundesverhältnisses Gottes mit Israel vorkommt. Man vergl. Ps. 80, 2. II. Kön. 19. Jes. 37, 16. Zn den Stellen 1. Sam. 4 ,