Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1860)
- Article
- Die in der Nähe des Ludwigsbahnhofes in Mainz aufgefundenen jüdischen Grabsteine
- Date
- 1860-01-01
- Page
- 205 (sequence 2)
- Language
- German
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Von vr. M. Lehmann. 205 j deutenden Persönlichkeiten oder deren Angehörigen an. Die ältesten Steine sind ohne Angabe der Jahreszahl; unter diesen sindet sich der von Nabbenu (unser Lehrer) Meschullam dem Großen, der sicherlich im Anfänge des 11. Jahrhunderts starb; der älteste, der eine Jahreszahl trägt, stammt aus dem Jahre! 101; der jüngste dattrt vom Jahre 1428.! Der wichtigste unter all diesen Steinen ist sicherlich der oben i erwähnte Grabstein des Rabbenu Meschullam. Die Inschrift des- - selben lautet: i פה נקבר רבנא משולם ן בן רבגא רבי | j חנצבה |j ״ יHier ist begraben Rabbana*) Meschullam, Sohn von Rabbana j Rabbi Kalonymos. Seine Seele möge ausgenommen werden in I den Bund der Lebendigen."**) | Wenn auch schon Israeliten in uralter Zeit***) am Rheine j gelebt habe», so gab es in diesen von der ursprünglichen Heimath | so entfernten Gegenden doch lange keine bedeutenden und gelehrten f Männer. Diese schaarten sich um die hohen Schulen in Palästina | und Babylonien und wunderten erst im 9. u. 10. Jahrhundert, 1 und zwar zunächst nach Nordafrika, Italien und Spanien ans. 1 Nach einer alten historischen Notiz veranlaßte der deutsche Kaiser im Jahre 917 einen gelchrte-u Rabbinen, Rabbenu Moscheh den j Wien, von Lucka nach Mainz zu übcrsiedelu. Dieser und seine Nachkommen wurden die bedeutendsten rabbinischen Autoritäten für Frankreich und Deutschland. Sein Sohn Rabbenu Kalonymos, der \ den Beinamen von Lucka" führte, war der Vater unseres Rabbenu I *) Rabbana ist die chaldäische Form für das hebr. Rabbenu. :1 **) Nach dem 1. Buche Sam. C. 25, B. 29. i ***) Rabbi Jakob ha Lewi, um die Mitte des 15. Zahrhuni Hunderts Rabbiner in Mainz, behauptet einen Leichenstein gesehen ן zu hasten, der chamals gerade 1100 Jahre alt gewesen. L