Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1860)
- Article
- Die in der Nähe des Ludwigsbahnhofes in Mainz aufgefundenen jüdischen Grabsteine
- Date
- 1860-01-01
- Page
- 204 (sequence 1)
- Language
- German
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Die in der Nähe des Ludwigbrchnhsfes in ausgesnndenen Wischen GxMeine. 1 15 Beim Baue der durch die Stadt führenden Rheindahn stieß 1 man im Anfänge des Monats Juni d. I. in der Nähe des Ludwigsbahnhofes auf eine Batterie, die größtentheils aus jüdischen Grabsteinen gebaut war. Aehnliche Steine waren schon früher am Holzthore und am Rheinufer, dem rheinischen Hof gegenüber, gefunden. Das traurige Geschick der Israeliten im Mittelalter erstreckte sich bis in das Grab hinein, In einem alten Gebete findet sich die schmerzliche Klage: ״Erbarme Dich, o Gott, der Gebeine deiner Diener, die aus ihren Gräbern gerissen werden an jeglichem Tage." ״Zur Schmach und Schande werden hinausgeworfen die heiligen Steine über alle Gaffen." y Es war im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert Mode geworden, jüdische Grabsteine als Baumaterial zu benutzen; auch in Breslau, Zürich, Erfurt, Regensburg und in vielen anderen Städten Deutschlands fand und findet man diese alt ehrwürdigen Steine in öffentlichen und Privatgebänden eingemauert. Die hier gefundenen, ungefähr 100 an der Zahl, sind vielfach nicht ohne großes Interesse. Sic zeichnen sich nicht allein durch hohes Alter ans, sie belehren nicht allein über den damals üblichen hebräischen Lapidarstyl, einige davon gehören auch literarisch bc-