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Jeschurun · 1860-01-01 · Heft 4 (Januar 1860) · p. 197

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 4 (Januar 1860)
Article
Worte bei der Schulfeier der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M.
Date
1860-01-01
Page
197 (sequence 10)
Language
German
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in der Unterr.׳ Anstatt der Jsr. Rek.-Nes. in Franks, ü. M. 197 ten daher auf die Erleuchtung der Menschheit, und das endliche siegreiche Erwachen des Menschlichen im Menschen und des Göttlichen im Menschlichen, das ist das Ziel ihrer Hoffnungen. Jeder darum, der als Herold im Kreise der Menschen erscheint und dem Menschen das Menschliche und Göttliche in seiner Brust zu zeitigen versteht, jeder, der mit Dichter-Genius die Gemüther zu entflammen weiß für das Reine, Wahre und Göttliche, wer den Menschen stolz zu machen weiß, Mensch zu sein und ihn seinen Gott erkennen laßt in jedem Athemzug des Daseins, wer den Menschen aufreißt ans dem Staude und ihn in seiner Würde und seinem Adel dahinstellt, der ist ein Gottesbote auf Erden, auf dessen Sendung unsre Weisen harren. Wer an der Erziehung des Menschengeschlechtes arbeitet; wer die Menschen lehrt, Mensch zu sein; wer sie erlöst von Allem, was Menschen zwischen sich und den Einen Einzigen Gott als Schranke htngebaut: den begrüßen unsere Weisen als Mitarbeiter an der Erlösung des Menschengeschlechts. Schiller aber bildet ein edles Glied jener Kette von Männern, die in immer größerem und größerem Zuge, mit immer größerem und größerem Erfolge die Menschheit lehren, Mensch zu sein und zwischen sich und Gott keines Mittlers und keiner Vermittlung zu bedürfen, die den Menschen den Glauben lehren an Gott, den jeder in sein r eigenen Brust fühlen und mit Flammenzügcn aus dem Sternenzelt sich entgegenleuchtend erkennen könne. Atif daß immer mehr und mehr das Bewußtsein im Kreise der Menschen wach werde, daß man Mensch sein könne, ohne eben einer gewissen Kirche anzugehören, daß immer mehr und mehr im Kreise der Menschen das Bewnßtsein wach werde, daß das Recht und die Menschenwürde und die sittliche Menschcnbcstimmung unverlierbar Jeglichem verbürgt und die ctiizigen siegreiche» Heiles- Mächte der Menschheit seien, und daß immer mehr und mehr die Menschen sich in Huldigung dieser Güter vereinigen sollten, die die ewigen sind und dem Wechsel der Zeiten nicht unterliegen. Und nun erleben wir es, daß eine ganze Nation, daß fast ein ganzer Weltthetl sich erhebt, um das Andenken dieses Mannes zu streifen, der ihnen nicht das Gold und das Silber gemehrt, der nicht die Erfindungen der Industrie und der Bequemlichkeit bereichert, der

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