Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Jüdische Belletristik [Rezension]
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 160 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ICO Jüdische Belletristik. gar in einer Unterredung Schammai der Königin die Hand küssen läßt, so ist das wahrhaft lächerlich. An europäischen Hofen mag das wohl vielleicht schon damals Sitte gewesen sein — wir wissen freilich nicht wo — an jüdischen, orientalischen wahrlich nicht. — Wclchcr Nation der Name Vabusch angshört, möchten wir auch ersahreu, jüdisch ist er nicht. — Die Zeichnung des Familienzimmers der Königin ist. auch mindestens ziemlich komisch. Mariamne sitzt und spinnt; ihr fünfjähriger Sohn Aristobul steht bei ihr, während der siebenjährige Alexander am Fenster mit Holzsoldatcn spielt. ״Mutter," rief er, ״die Römer verlieren, sie fallen zu Dnhcnden, sie können sich nicht mehr halten, meine Inden siegen prächtig." ״Das ist schön," sprach Mariamne, und ihr sprechender Blick wendete sich auf den schwarzlvckigcn Knaben. ״Ja, ich habe erst einen Mann verloren, und die Römer sind schon sehr zusammcngeschmolzcn..."; ״Und wenn Du nun erst gesiegt hast?" ״Dann rücke ich in Jerusalem ein, und jage alle Römer hinaus, denn ich hasse sic. . ." ■ ״Warum denn?" fragte die Mutter. jj ״Ja, das weiß ich nicht; aber sic sagen mir nicht zu, sie thrin immer, wie wenn sie die Herren wären, und das ist doch mein Vaf tcr.. . und dann ihre Götzen, sie, die Dummen, vor einem Stück j Holz bücken sie sich, die wollen gescheht sein! ..." j ״Aber sie sind doch sehr tapfer und verstehen den Krieg, Alej xander..." jj ״Ha, das macht mir nichts, ich will sic schon schlagen, sic könneu sich nach Nom schccrcn, wir wollen doch nicht Nom haben, sonjj dcrn was uns gehört . .. dazu wird uns der wahre Gott Israels jj schon helfen, wenn wir muthig sind, und das Schwert nicht scheuen j und dann, Aristobulchen, dann wirft du mein Hohepriester, ich, der j König und Du mein Hohcrpricstcr < . und der Knabe schritt Mit jj wichtiger Miene und schallenden Tritten einher. Da fing der kleine I Goldkopf, Aristobul, a»: ״Da soll ich wohl den ganzen Tag drüben im Tempel sein unter den bärtigen Männern, welche die Thicre