Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Die Landrabbiner-Conferenz zu Hannover
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 149 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Landrabblncr-Confircnz zu Hannover. 1-19 i setz nicht nur sanctionirtcn, sondrrn ausdrücklich gebotenen Formen! auch nur ein Jota zu ändern?! Zn Lehrern des Gesetzes, zu Wach-! tcrn nicht nur der ausdrücklich vorgcschricbencn Anordnungen, son-! dcrn selbst der auch nur sanktionirtc» Gebräuche sind die Nabbincn j bestellt. Seitdem Rabbiner angcfangcn haben ihre Stellung zu vcrkcnneu und zu mißbrauchen, seitdem sic ruhig zugcschcn, wie man von dieser alten jüdischen Liturgie abgcwichen, oder als sic selbst > Hand an dieselbe gelegt und ungebührlicher, unberechtigter j Weise sich selbst legislatorische Gewalt angcmaßt, da srcilich j bat man sieh, wo diese unerhörten Thatcn geschehen, nicht einigen z können, da hat jeder Rabbiner und Lehrer sich seine eigene Liturgie j und Gebewrdimng geschaffen und kein Ländchcn war zu klein und I keine Stadt und kein Flecken zu winzig, einen eigenen Ritus sich zu! bilden; da mußte sich ״die Verschiedenheit der religiösen Bildung z und sonstigen Verhältnisse" geltend machen. So haben wir cs denn s erlebt, daß das einige Israel in unzählige Richtungen sich zerspaltete, l daß der Jude dieses OrtcS sich in dem Gottesdienst der »ächstlicjs gcndcn Synagoge nicht zurcchtefinden kann, daß ähnlich wie beim j Thnrmbau zu Babel der Bruder nicht den Bruder, mit dem er seit | seinem Dasein dieselbe Sprache geredet, versteht. Der erste Schritt - des Abfalls, der erste Eingriff in das heilige Gesetz mußte allen, s selbst den widersinnigsten Anforderungen Thor und Thür offnen und j die Willkür und die Einfalt und die Narrheit gerieten sich als Ge-? sctzgcbcr. j Wir wollen ans den angeführten Worten des Berichtes nicht z den Schluß ziehen, als ob die Confercnz wirklich Acndcrungcn in f der Liturgie zu beschließen gedachte, da unter Andern! z. B. in Hilij dcsheim, dem Sitz eines der vier Laudrabbinate, bereits ein quasi | moderner Gottesdienst mit Orgel eingeführt ist; — wir wollen | hieraus und aus manch anderen Thatsachcn keine Consequcnzcn für l die Confcrenz folgern. Als eines der bctrübcndstcn Zeichen der Zeit » aber haben wir die Thatsache . zu rcgistrircn, daß auch unsere 8 Vertreter, die vier Landrabbincr Hannovers, die auf dem Boden j! dcö positiven historischen Judcnthnms zu sichen beanspruchen, nicht j den Math haben zu erklären daß sie an der alten, herrlichen Litnrij gie fcsthaltcn wollen, daß auch sic cö nicht für ihre Pflicht erkennen, als 10»