Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Die Landrabbiner-Conferenz zu Hannover
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 148 (sequence 2)
- Language
- German
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148 D!c SauhatWiicv:(Jenfsrcuj zu Hannovcr. einzige Volk geblieben, das stch überall als das gleiche bewährt hat, das, wohin auch immer die allgewaltige Fügung der Vorsehung cs gewiesen, nicht nur den großen Schatz seines heiligen Gottcsgcsctzes sich rein und ungeschmälert erhalten und mit einem Dasein voller Entbehrung und Bedruckung und durch den qualvollsten Märtyrertod überall die gleiche Gottcöverehrung geübt hat — sondern daS auch in der äußeren Gettcsrcrchrung, in dem äußern Gottesdienste beinahe überall die gleiche Form und die gleichen Gebete zu bcwahren wußte. Wenn man von dem Unterschiede des sogenannten sephardischcn NituS absicht, so tönen überall auf weitem Erdcnrunde dieselben Gebete, dieselben Lieder zum Preise des Allerhöchsten hinauf zum Throne dcö Allvaters. Ganze Reihen von Geschlechtern haben auS diesen Gebeten und Liedern, haben ans dieser Liturgie Trost und Seelenfrieden geschöpft, der Jude aus der fernsten Gegend hat darin überall, wo nur Inden athmen, seine Hcimath gefundcn — und uns, den Söhnen dieser großen Vergangenheit, uns sollte diese Liturgie!eicht genügen, wir sollten darin nicht noch jetzt unsere Gefühle uicdcrlegcn, nicht aus ihr noch jetzt uns Belehrung und Trost erholen können? Nus sollte diese Liturgie, diese durch die Jahrhunderte doppelt geheiligte Liturgie nicht unantastbar und heilig fein? Wir sollten nach Umwandlung derselben uns zu sehnen haben? Wir könnten so wahnwitzig sein, durch Abänderung und Umformung derselben die Kluft immer größer zu machen, die Israel zu zcrspaltcn droht?! Was hat sich die Landrabbincr-Confcrcnz eigentlich gedacht? Wie? Ist die Liturgie in Israel nicht längst geordnet, daß cs des Jahres 5619 bedarf, auf daß vier Landrabbiucr in Hannover zusammcntrctcn, ״um ein einheitliches, gemeinschaftliches Zusannncugehen in Beziehung auf die Liturgie und Gebctordnung" zu erzielen? Und, diese Einigung — sie kann nicht erreicht werden, ja ״selbst der Vcrsuch einer Einigung ist für die Confcrcnz zwecklos"! Und dabei ״stehen sämmtlichc Conferenzmitglicder als Vertreter dcö positiven, historischen Judenthums auf gleichem Boden"! Gehört etwa die seit Hunderten von Jahren von den Vätern tradirte Liturgie und Gcbctordnnng nicht zu dem historischen Judenthumc, und wo ist denn in dem historischen Judcnthnme den Nabbincn die Bcfttgniß gegeben, an den hcrabgccrbten, durch das Ge-