Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 131 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932877-2932881-2944176--05165-2944251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
131 über ttc Ps°l!!m1. 3. ist das erste Geschäft ׳;כשבתו על כסא ססלכהו- und diese von ihm selbst gefertigte Abschrift soll ihn stets begleiten, alle Zeit seines Le- ״bens soll er darin lesen, damit er lerne 'ר seinen Gott zu furch- ״ten, alle Worte dieser Lehre und diese Gesetze zu wahren um sie ״auszuführen." Das erscheint als seine Aufgabe- Der erste Jude soll er sein. Und indem er in sich die Idee der jüdische Aufgabe stets lebendig hält und sie in seinem Leben zur Verwirklichung bringt, soll er auch על ישראל stehen und die jüdische GesammtheiL zu gleichem Bewußtsein und gleicher treuer Erfüllung wecken — und führeu. Darum steht auch an der Spitze dieses Köuigsgesetzes כי חבא אל הארץ אשר ר׳א' נתן לך וירשתה וישב חח בה. Nicht zur Eroberung des Landes, auch nicht zur Sicherstellung des Besitzes desselben, wenn du in das Land kommst, das 'ד, dein Gott dir gibt, und du hast es bereits in Besitz genommen, und du — ohne König — משבחה wohnst ruhig darin, dann wirst du einen König über dich setzen. Mit dieser Voraussetzung wären somit gerade die Motive von vorn herein verworfen, die das Volk zu Samuel's Zeiten bewegten, die Wahl eines Königs zu fordern. ״Ihr sähet, daß Nachasch der ״König der Amoniter über euch kam, da sagtet ihr mir: Nein! ״ein König soll über uns herrschen; und 'ד euer Gott ist doch ״euer König!" lautet der Vorwurf in Samuel's Mund; und zeigt, daß das: 1 ושפטגו. Sam. 9. 20 im Munde des Volkes wohl nichts anderes als die Vertretung ihres Rechts nach Außer! bedeutete, worauf ja auch die ganze Rede hinweist: ״Sie sprachen: Nein! Nur ״ein König soll über uns sein. Wir wollen auch sein wie die ״Völker, Recht soll uns unser König schaffen, soll vor uns her ״zieheu und unsere Kriege führen." Damit aber hatten sie die ganze Eigeuthümlichkeit ihres nationalen Wesens verläuguet, sahen die Sicherung ihrer nationalen Zukunft nur in einheitlicherer Eonecntrirung ihrer Kriegesmacht nach Außen, und vergaßen ganz und gar, daß ihre nach Außen gesicherte Existenz nur von der treuen Erfüllung des göttlichen Gesetzes im Innern bedingt sei, nicht nach Außen, nach Innen sie alle ihre Kräfte zur Lösung ihrer von Gott ihnen gesetzten Aufgabe zu concentriren, dafür sich einen König zu wählen und dann ruhig ihre Vertrctuug uach Außen Gott zu überlassen hätten. — Sie erhielten ihren König. Wie weit aber das Volk 9