Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1859-12-01 · Heft 3 (Dezember 1859) · p. 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 3 (Dezember 1859)
Article
Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
Date
1859-12-01
Page
129 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2932754-2932877-2932881-2944176--05163-2944249
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

über die Psalmen. 3. 12S seines Gesetzes ihm überwiesene Boden war von vornherein durch scharf bestimmte Grenzen bezeichnet. War dieser Boden gewonnen, so hatte Israel für alle Ewigkeit nur die eine Aufgabe: auf diesem Boden das göttliche Gesetz zur Verwirklichung zu bringen. Die Dertheidigung dieses Bodcns hatte aber — Gott übernommen. Nicht durch stehende Heere, überhaupt nicht durch Heeresmacht und Entfaltuug kriegerischer Vertheidigungsmittel, durch friedliche, treue und hingebende Erfüllung und Verwirklichung des göttlichen Gesetzes auf dessen Boden, in seinem Lande hatte Israel seine Grenzen sicher zu stellen, hatte überhaupt lediglich durch die Erfüllung des göttlichen Gesetzes alle die Güter der Nationalwohlfahrt: Wohlstand, Friede, Gesundheit, Bevölkerung, Sicherheit und Ehre in höchster Vollendüng wirklich zu erreichen, (3. B.M. 26, 3 f., 5. B.M. 7, 12 f. 28, 1 f. ff.), die andere Völker durch die mannigfachsten Operationen nationaler Kraftentfaltung zu erreichen wünschen. Wenn wir nun aber nach innen und außen keinen Raum für ein Königthum nach Völkerweise in Mitte des auf dem Boden des göttlichen Gesetzes stehenden Volkes gelassen erblicken, was soll gleichwohl der ״König" in Israel? Gleichwohl nichts als König über Israel sein wie die Könige der Völker ringsum über ihren Völkern, gleichwohl für Israel und seine Nationalaufgabe ganz dasselbe leisten, was die übrigen Könige für die Nationalaufgabe ihrer Völker, gleichwohl מלך ככל הגוים סניבתי. Nur in der total verschiedenen Nationalaufgäbe liegt die Kluft. Wie der König auch bei andern Völkern über die Nation gestellt ist, auf daß in ihm der Ge samm t zweck der Nation seine einheitliche Vertretung habe, d. h. damit durch ihn die Mannigfaltigkeit der Kräfte und Bestrebungen der Nation auf das eine Ziel der Gesammtwohlfahrt gerichtet, für dieses Ziel in Anspruch genommen und in der Thatigkeit für dasselbe erhalten bleiben; wie somit der wahre König sich jederzeit von dem Gedanken der Nationalausgabe durchdringen, diesen Nationalgedanken in der Brust seiner Völker jederzeit beleben, mit dem Maßstabe dieses Nationalgedankens jede gegenwärtige Wirklichkeit ferner Nation messen und für die Verwirklichung des Fehlenden oder des doch zu immer größerer Vollendung Förderlichen die Tbätigkeit der Nation Wecken, ihre Kräfte, je nach der übertragenen Machtvollkommenheit,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.