Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 127 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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über die Psalmen. 3. 127 Vergleichen wir mm den Inhalt dieser ״letzten Worte" mit dem Inhalte des ersten Psalms, so finden wir jedoch außer diesem bereits besprochenen Siege des Guten, der den ganzen Inhalt des ersten Psalms erfüllt, noch Einen Gedanken, der in jenem nicht vorkommt, der aber in diesem letzten Worte nicht minder bedeutsam hervortritt, und dieser Gedanke ist nichts als die Bedeutung der Persönlichkeit David's selbst und seines Hauses, und deren Beziehung zu dieser verkündeten Hcileszukunft so wie zu deren Verkündung. Was ich gesungen, bekennt David, waren nicht meine Worte, und nicht meinem Geiste entquollen meine Lieber. Gottes Geist sprach durch mich und sein WovL lebte auf meiner Zunge. Es würdigte aber gerade mich Gott zum Verkünder jener Heilesbotschaft von der Herrschaft des Gerechten und dem einst wolkenlosen Morgen und von dem Untergang des Bösen, weil eben mein Hans nicht blos in der Gegenwart mit Gott besteht, sondern er mir einen Bund mit der fernsten Zukunft gestiftet,;nein Heil ganz in das allgemeine Heil aufgeht — ich und mein Haus daher ganz eigentlich jener Heileszukunft des einstigen Meuschhcitmorgens augehören — wenn gleich von allem Diesen in der Gegenwart noch nichts zu wachsen scheint. Diese enge Beziehung Davids und des Davidischen Hauses zu jenen höchsten Zielen der Menschheit, welche den übrigen Inhalt seiner letzten Worte ausmacht, müssen wir aber um so mehr in's Auge fassen, weil — auch nur ein flüchtiges Durchlesen des zweiten Psalms, zu dem wir uns nunmehr wenden möchten, auf den ersten Blick lehrt, daß eben diese Bedeutung Davids für die Zukunft der Gesammtmenschhcit gerade der Gegenstand ist, den dieser zweite Psalm besingt und der demnach mit dem ersten vereint den ganzen Inhalt erschöpfen dürste, den Davids ״letzte Worte" als die Summe dessen bezeichnen, was Gottes Geist durch seine Gesangesworte zur Verkündigung brachte. David war ״König Israelis". Vergleichen wir die Stellen 5. B. M. 17, 14—20 mit 1. Sam. 8, 5, 7, 20. 12, 9-15 so gelangen wir wohl zu der Ansicht, daß einerseits die Existenz eines Königs in Israel vom göttlichen Gesetze von vornherein beabsichtigt war, daß aber andererseits die Bedeutung eines Königs in Israel eine von der ganzen Erscheinung des Königthums in anderen