Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Kislew
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 118 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Jflelew. die nickt ist, gewinnt nicht ihre» Geist und ihr Herz für ein Leben das die Wirklichkeit nie bietet. Sofort an das ״Gesetz", uumit- ' telbar an denselben Ernst, zu derselben Wahrheit führt sie den Knaben, die sein Lchcnlang seine Führer und die Zielpunkte seines Lebcns bleiben sollen, "גם כי יזקין לא יסור מ:׳גו" — "על פי דרכו" — für ״Gott und Pflicht" treckt sic seine Begeisterung und weiht sie ihn von dem ersten Dämmcrsirahl seines Bewußtseins; und hat sie die Begeisterung getroffen, ist ihr die Weihe gelungen, so leuchten ״Gott und Pflicht" ihm sein Lebelang als die leuchtende» Sterne seines Weges. Immer mehr zu wachsen in Erkenntnis! Gottes und seiner Pflicht, immer mehr zu wachsen im Dienste Gottes und in Erfüllung seiner Pflicht, das heißt dem Kinde Knabe, dem Knaben Jüngling, dem Jünglinge Mann, dem Manne Greis werden, dem Greise Greis sein und indem er die Schätze der Erkenntniß und des Lebens, die ihm gereift, dem jungen Geschlechte hinirde» geweiht, nimmt er das, wofür sein erstes kindliches Bewußtsein aufgedämmert und wofür er sein Lebrnlang mit immer wachsender Begcistcrung gelebt, als den Garbenkranz hiniedigcr Vollendung mit hinüber in den neuen Anfang der jenseitigen Chanuckah, zu welcher ihm der Tod an der Pforte der Ewigkeit leuchtet. Seht das jüdische Volk so lange cs ein jüdisches ist. Die weite Erde bietet kein zweites. An derselben Quelle der Begeisterung und Weihe sehet ihr den Greis wie das Kind, den Jüngling wie den Mann. Dasselbe Buch, dieselben Bücher, dasselbe Gesetz, dieselben Wahrheiten, an welcher sich zuerst des Kindes Geist und Begeisterung, Lust und Lebenswcihe entzündet, nähren daS Feuer des Jünglings, fesseln den Ernst des Mannes, verklären den Blick des Greisen, und der Siebzigjährige bückt noch noch emsig über denselben Folianten, trinkt noch Begeisterung aus denselben Worten, die der Fünf- und Zehnjähkige zuerst mit leuchtendem Blicke stammeln gelernt. Seht die Ehe des Juden! Nicht Galanterie, Tändelei und täuschende Liebesvergvtterung knüpft des jüdischen Mannes und des jüdischen Weibes Herz und Hand. In dem vollen Bewußtsein des ganzen kommende» Ernstes des Lebens und für diesen Lebcnsernst treten Mann und Weib zusammen, und ihre Liebe heißt Begeisterung für die gemeinsame Pflichterfüllung des Lebens und für die Beglückung des Einen durch den Andern und mit dem Andern, und darum wächst ihre