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Jeschurun · 1859-11-01 · Heft 2 (November 1859) · p. 102

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Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 2 (November 1859)
Article
Die Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
Date
1859-11-01
Page
102 (sequence 4)
Language
German
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102 Zur Würdigung der Ansprüche der neuen Materialismus. gemein, ob man nur Wasser als das einzige, oder vier, oder einige sechzig Elemente anntmmt, ob die Schwalben im Schlamme oder in der Fremde überwintern, ob die Seidenschwänze alle sieben Jahre oder häufiger oder seltener zu uns zurückkehren? Noch Niemand hat die übrigen Zweige der Naturwissenschaften, die Statik, die Dynamik verketzern wollen — noch können — so lange nämlich man nicht etwas Anderes in sie hineinziehen und sie nicht zu etwas Anderem mißbrauchen wollte. ״Die Naturwissenschaften sind gegenwärtig eine große Macht". Wohl! Aber man sei etwas zurückhaltend mit dieser ״Macht". Man wolle nur nicht mit ״Macht" den Materialismus und Sensualismus beweisen, durch ״Macht" Gott aus der Natur, Gott aus der Geschichte, ja selbst aus der heiligen Schrift den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs uns mit Gewalt wegdemonstriren wollen, um dann, weil Kopf und Herz sich nicht gebieten lassen — die Welt mit einer Erkenntniß ״des edlen metaphysischen Bedürfnisses", mit dem Gotte des und des zeitgenössischen ״Forschers" und ״Gelehrten" zu beglücken!! — Untersuchen wir aber genau die neue Geistesmacht der gegenwärttgen Naturwissenschaften so zeigt sie sich uns bei weitem nicht in der Größe, welche man ihr von so vielen Seiten und mit so großer Emphase gerne beilegen möchte. Wenn der große Geisteines Galliläi, eines Newton uns in Staunen setzt, so erregt die Arroganz der mikroskopischen Beobachter —- die sich zu Naturgesetzgebern erheben wollen — nur mitleidiges Lächeln. Waren die Alten — besonders Newton — bei großem unermäßlichen Geiste bescheiden und anmaßungslos; so wollen die neuen Erfinder, daß alle Kaiser und Könige der Erde von ihren Thronen sich erheben, an der Spitze der Völkerschaften in gefahrvollem Gedränge eine Wallfahrt zur Werkstätte — der Beobachter — welche ja die vollkommene Werkstätte der Natur ist — mitteten, um z. B. das Merkwürdige in Augenschein zu nehmen: daß N.N. auf den unvergleichlichen Einfall gekommen sei, den Polirschieser, die Nerven, das Blut u. s. w. durch ein, schon längst erfundenes, Mikroskop zu beobachten!! wodurch sie Gott in der Natur, den Geist im Menschen und die Lebenskraft in der organischen Welt ganz entbehrlich gemacht haben (?) Aber o des Wahnes! Wenn man den Neptuntsmus als mitwirkende Kraft entdeckt, hat man da die Erde geschaffen? Wenn

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