Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 2 (November 1859)
- Article
- Ein ganzer Abschnitt des Schulchan Aruch abrogirt! und "Maimonides ein Antitalmudist!"
- Date
- 1859-11-01
- Page
- 91 (sequence 4)
- Language
- German
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van vr- Rabbiner I. Gugenhetmcr. 91 in Mischne Thora sogar mit dem Wortlaute der citirten Mischna übereinstimmt, indem er הל׳ י״ב v" הל׳ שבת פ׳ ebenfalls sagt: מי שיצא חוץ לתחום שלא מרעתו כגון שהוציאוהו עכ׳׳ום או רוח רעה, Wäre nun, was aber durchaus nicht der Fall ist, zwischen den bctreffenden Stellen im Mischnakommentare und in Mischne Thora ein Widerspruch vorhanden, so könnte deßhälb doch noch nicht aus eine zwischen Maimontdes und dem Talmud herrschende Divergenz geschloffen werden, da, wie bereits von R. Joseph Karo in בית יוסף zu טור י״ר סי׳ ר״צד ausgesprochen wurde, in solchen Fällen, in denen eine Differenz zwischen dem Mischnakommentare und Mischne Thora obwaltet, immer die in letzterem Werke ausgesprochene Ansicht als die endgtltige zu betrachten ist אע׳׳פ שבכי׳ המשגר, כתב בע״א אין לסמוך אלא על מ״ש בחיבור, wie auch ans der Zeit der Abfassung und aus der ganzen Anlage der beiden Werke hervorgeht, daß bei einer ״Forschung über Maimonides den Gesetzeslchrer" — und eine solche wollte doch Hr. L. in dem erwähnten ן Aufsatze niederlegcn — bet etwaigen Divergenzen Mischne Thora als das Norm gebende Werk angesehen werden muß. Da nun Maimonides an der betreffenden Stelle nicht nur mit dem Sinne der Mischna vollkommen übereinstimmt, sondern sich sogar auch des in der Mischna gebrauchten Ausdruckes bedient, kann die oben erwähnte Anführung von Erub. 41 b nur als eine absichtliche Täuschung betrachtet werden, durch die Hr. L. seiner falschen Behauptung Geltung zu verschaffen sucht. Nicht minder falsch ist die Meinung des Hr. L., daß aus Gittin 67 b auf eine prinzipielle Divergenz zwischen Maimonides und dem Talmud geschlossen werden kann. In der Mischna a. a. O. heißt es: מי שאחזו קוררייקוס ואמר כתבו גט לאשתי לא אמר כלום; hierzu bemerkt die Gemara: מאי קוררייקוס אמר שמואל רנבתי׳ חמרא חדתא רמעצרתא, woraus erhellt, daß nach dem Talmud קוררייקום einen Kraukheitszustand bezeichnet der zuweilen durch den übermäßigen Genuß vom jungen Weine eintritt. Die weitere Bemerkung der Gemara רהא רוחא קוררייקוס שמה steht hiermit durchaus nicht in Widerspruch, da, wie bereits! oben bemerkt, der Ausdruck רוח רעה auch als Bezeichnung getrübter i Geisteszustände dient, und es gar keinem Zweifel unterliegt, daß die hier angegebene Krankheitsursache nicht blos auf das somatische sondern auch auf das Seelenleben in einer schädlichen Weise insiui-