Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 2 (November 1859)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-11-01
- Page
- 81 (sequence 2)
- Language
- German
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VH. Die Stiftshütte. 2. Die Stoffe. 81 מקדש vermitteln zu sehen, da in der That wir nur das Gott zu geben vermögen, was wir zuvor selber von Ihm empfangen, und seine Gnade ja eben uns die Gäter segnet, die wir von ihm empfangen um sie in seinem Dienste, Ihm geweiht und geheiligt zu verwenden. Sprach dies ja schon der Erste bet der ersten Grundsteinlegung zu allen künftigen Gotteshäusern, sprach ja Jakob bei der Wethe seines Steinpfühls zum Gotteshaus: כל אשר חחן לי עשר אעשתו לך, und David, als er seinem Sohne die gesammelten Schätze für den Tempelbau übergeben hatte, wendete sich zu Gott und sprach: ״ :ממך הכל ומידך נתנו לךvon dir ist Alles und von deiner Hand haben wir dir gegeben." Die Gewandstoffe, die beim Heiligthum zur Verwendung kommen, sind nun noch nach Farbe verschieden, und dürfen wir voraussetzen, daß der allgemeine Begriff, der durch den Stoff an sich zum Ausdruck kommt, durch die besondere Farbe noch besonders modificirt sei, die Farbe des Byssus wird das vegetabilische Leben in besonderer Modification darstellen, so wie die Wolle in drei verschiedenen Farben auch drei verschiedene Modifikationen des animalischen Kreises vergegenwärtigen dürste. שש, der leinene Faden ist weiß. Die daraus verfertigten Gewänder, werden in der Ueberlieferung immer מדי לבן, die weißen Gewänder genannt. Weiß ist aber, wie ja wohl überall in der Anschauung der Menschen, so auch im Kreise des heiligen Schriftthums die Farbe der Reinheit. ״Immer seien deine Gewänder weiß!" mahnt Koheleth 9, indem er die Sorgfalt für körperliche oder sittliche Reinheit uns ans Herz legen will. ״Entsündige mich mit Usop, daß ich rein werde, wasche mich und weißer werde ich als Schnee." (Ps. öl). ״Und wären eure Sünden wie Carmoistn, wie Schnee sollen sie weiß werden." (Jes. 1.) Und wenn es Daniel 12, 10 heißt: ״Es muffen erst viele sich säubern und reinigen und geläutert werden viele," so ist der Ausdruck für ״sich reinigen", וותלין, wörtlich ״sich weiß machen." Wir sind demnach berechtigt die weiße Farbe des Byssus als Bezeichnung der Reinheit zu begreifen und in שש nicht den Ausdruck des vegetabiltschen Lebens des Menschen überhaupt, sondern des reinen vegetabilischen Lebens insbesondere zu erblicken. Sehen wir nun wie sittliche Reinheit im göttlichen Gesetze sich ganz entschieden