Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1859)
- Article
- Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
- Date
- 1859-10-01
- Page
- 25 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus einem Briefwechsel über eie Psalmen. 25 Herzen die meisten Psalmen geströmt und dessen Harsenton die verwandten Klange der Sängergenossen geweckt, David, hat sich und seine Gesänge von vorn herein in dieser Bestimmung begriffen. Gott im Kreise der Völker, in Mitte der Menschheit zu singen, mit den Klängen seiner Harfe die Gemüther der Menschen der fernsten Zonen und Zeiten Gott zuzuwenden, das war das klar erkannte und in dm Psalmen offen ausgesprochene Höheziel seines Lebenszwecks. Und so lange Menschen aus Erden athmen hat wohl noch kein Sterblicher also sich und seine Sendung auf Erden begriffen und mit seinem Wirken ein so weitreichendes Ziel mit Bewusstsein angestrebt und ausgesprochen, das sodann im Laufe der Jahrhunderte, ja Jahrtausende in so weitem Erdenraume und in so vielen Millionen Menschenherzen zur Wahrheit geworden — wie der königliche Hirtenjüngling, den vor Jahrtausenden in Judäa der Gottesgclst bei seiner Heerde gefunden und ihn zum Hirten Israels und zum geistigen Hirte» der Menschheit geweiht. Welches Sterblichen Mund hat noch gesprochen: "״אודך בעמים ד' אזמרך בלאמים und hat's erfüllt I — 2. Ich hatte erst die Absicht, Ihnen, bevor wir zusammen das Buch derPsalmen öffnen, einige Vorbemerkungen über David, seinen Charakter, sein Leben, seine Bedeutung für Israel und die Menschheit, sowie über Bibelexgese überhaupt und die Erklärung der Psalmen insbesondere vorauszuschicken. Allein da das Beste, das ich zu geben wüsste, doch nichts als an Bibel und Psalmen abgewonnene Abstraktionen wäre, so mochte ich mir zu gestatten bitten alles solche Allgemeine nur bei Gelegenheit entsprechender Stellen mittheilen zu dürfen. Mir wird bei metnen mannigfaltigen Beschäftigungen, denen ich die Müsse zu diesen; Briefen nur im Fluge abhaschen darf, die Erfüllung ihres freundlichen Wunsches dadurch leichter und Sie werden hoffentlich nichts dabet verlieren. Ohnehin bedarf es bet dem Lesen unserer heiligen Schriften, die ja nicht einer Gelehrtenkaste überantwortet sind, die! vielmehr den Herzcnsschatz unseres Volkes bilden sollen, keines grvj Hülfapparates. Was wir — außer bei dem gesetzlichen Theile, der j wesentlich der Ergänzung durch das mündlich Ucbcrlieferte bedarf j — z» deren Verständniss nöthtg haben, sagen sie uns in der Regel j selbst, und was sie mw verschweigen, wozu wir erst den Schlüssel