Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1859)
- Article
- Ein ganzer Abschnitt des Schulchan Aruch abrogirt! und "Maimonides ein Antitalmudist!"
- Date
- 1859-10-01
- Page
- 20 (sequence 7)
- Language
- German
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20 Zwei ״reltgionsgeschichtltche" Entdeckungen des Herrn Löw einer Olive haben, ungenießbar gemacht werden könnten, wvrin ein gesetzlich verbotenes Verderben von Speisen läge; und diese Vorsicht war darum nothwendig, weil die ״strengen Schammajaner" die erleichternde Ansicht aufstellten מותר להשתמש בשמש ע״ה. Nachdem aber im Talmud die Ansicht von Bet- Schammai durch einen so einleuchtenden und auf jüdischem Boden wurzelnden Grund motivtrt ist, muß es wohl jeder Unbefangene lächerlich finden, jene Ansicht durch einen bei den Griechen herrschenden Gebrauch erklären zu wollen. Es wäre interessant, wenrr Hr. L. den Aufschluß über derartige Interpretationen in dem Aufsatze über ״das Talmudstudium, der Zukunft" geben würde, den er in dem ״zur Maimonidesfrage" betitelten Artikel seiner Zeitschrift versprach, in welchem er ebenfalls zur Genüge zeigte, wie er, um seine Lieblingsansichten geltend zu machen, vor keiner Entstellung der Wahrheit sich scheut. Es steht jener Artikel mit dem hier erörterten Gegenstände in einem solchen Zusammenhänge, daß durch die Beurtheilung der wichtigsten Stellen desselben ver oben erwähnte Beitrag ״zur talmudischc» Sprachforschung und Alterthumskunde" noch richtiger gewürdigt werden kann. Wie Hr. L. in diesem Artikel zu der Meinung verleitet, als ob sämmtliche Gesetzeslehrer, die das Unterlassen des Händewaschens nach der Mahlzeit gestatteten, eine nach dem Talmud ״unerläßliche Observanz" ohne gesetzlichen Grund, blvs ״in Folge veränderter europäischer Sitte" abrogirten, und somit wenigstens in dieser Beziehung die Autorität des Talmud nicht anerkannten: so will er in jenem Artikel (B. CH. Jahrgang I. H. 4) Maimonides als einen Mann erscheinen lassen, der, obgleich er in der Einleitung zu seinem Mtschne Thora und auch an anderen Stellen den ganzen gesetzlichen Inhalt des babylonischeu Talmud als für ganz Israel streng bindend erklärte, es hiemit in der Wirklichkeit gar nicht so ernst meinte; will er die Behauptung aufstellen, daß aus Mtschne Thora ״nicht die rein ״talmudtsche", sondern eine vielfach philosophisch tingirte, dem Talmud ״zuweilen opponirende Halacha" zu uns spräche (S. 149); will er Maimonides, einen unserer größten Gesetzeslehrer, als einen versteckten Gegner des Talmud darstellen, der zuweilen ״seine antital- ״mudische Anschauung in den Talmud htnerntrug" (S. 154); und