Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1859)
- Article
- Tischri
- Date
- 1859-10-01
- Page
- 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Der Dheruah-Tag. 9 bietet, dessen Stimme durch das Kreisen der Natur und durch das Getriebe der geschichtlichen Welt hindurch bis zu dir dringt, dessen Stimme dich nufsncht mitten unter den Milliarden natürlicher Wesen, mitten unter den Millionen Seelen der geschichtlichen Welt, um dich aufzurusen für Ihn, um dich zurückzurufen zu Ihm, um dich Seines Winkes gewärtig zu machen und gehorsam Seiner Stimme. Der Schvsar tönt — und schmettert in deinem Innern nieder die schwarze Grabeslüge jenes Wahns, der dich bethören, der dich bereden möchte es gebe keinen Gott; der zu dir spricht: Gott ist Nichts; der dich durch die Welt der Natur und durch die Welt der Geschichte hindurch an den Rand der sinnlichen Welt hinstellt und zu dir spricht: schau darüber hinaus, darüber hinaus siehst du Nichts, darüber hinaus ist — Nichts, darüber, über das sinnlich wahrnehm- und erkennbare Sinnliche hinaus wohnt die Nacht und das Grad, wohnt der Tod und die Verwesung, wohnt daS Nichts und die Vernichtung, und Gott — ist eine Lüge und Geist ist ein Wahn, und Freiheit eine Täuschung, und Gewissen eine Kränklichkeit und Tugend ein Traum und Menschlichkeit eine Schwäche, und Selbstbeherrschung eine Thorheit, und Aufopferung ein Blödsinn, — Gott wohnt in dir und dein Schicksal in dem arithmetischen und mathematischen Facit der Natur- und Geschichts-Statistik.— du warst Moder und du wirst Moder — — אכול ושתה כי מחר גמוח ״Ist und trink; denn ״morgen" ist der Tod'!"— das ist das Facit aller Lebensrechnung-" Der Schofar tont — und tönt ja aus demJenseitö, tönt nicht aus dem zeitlichen, tönt ans dem räumlichen Jenseits, aus dem Jenseits der sinnlichen von dir vergötterten Welt, und zeigt dir eben jenseits deinen Gott und eben in diesem jenseitigen Einen erst das Licht nnd das Leben, die Kraft und die Macht, den Gedanken und den Willen in ihrer vollendetsten, wahrhastigsten Wirklichkeit, von dem eben jedes diesseitige Denken ititb Leben, Wollen nnd Streben, alle diesseitige Kraft und Stärke, Macht und Herrlichkeit ihre bedingende Ausstrahlung erhält, zeigt dir den einen außerweltlichen Einen, und die ganze Welt, Natur und Geschichte, von seinem Willen geworden, von seinem Gedanken geordnet, von seinem Arme getragen, von dem Rufe seiner Stimme erschüttert, und der Ruf seiner Stimme gelangt zu dir, sucht dich aus,