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Jeschurun · 1859-10-01 · Heft 1 (Oktober 1859) · p. 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 1 (Oktober 1859)
Article
Tischri
Date
1859-10-01
Page
4 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Der Theruah-Tag. 5 Rückkehr nur zu einer Krücke des Abfalls werden, ihr schwankes Gewissen in schwankendem Fortgang zu erhalten, und zu einem Opiat etwa erwachende Unruhe einzuschläfern. Sie fühlen das Bedürfnis;, doch auch ihrem Gott und seinem Judenthuine gerecht zu werden und bereden sich ihrer Pflicht genügt zu haben, wenigstens einmal im Jahre in jüdischer Tempelandacht als Jude erschienen zu sein und Gott und dem Judenthum, die nicht weniger als den ganzen Menschen in allen seinen Zeiten und Lebensmomenten fordern, das Opfer eines Tages und einiger andächtigen Tempelminuten gebracht zu haben. Vermögen wir uns aber auch nicht mit so lauter Freude über die Anziehungskraft zu freuen, die noch immer der Rosch Haschanah und die ihm sich anschließenden Tischrt-Tagc üben, so uuissen wir gleichwohl die Berechtigung der Ansicht anerkennen, die sich freut, daß in Zeiten so materieller Blastrtheit für Alles, was über die materiellen Interessen hinausgeht, von dem großen jüdischen Lebensinstitute diese Paar Tage wenigstens noch nicht alle Kraft verloren und von dem mächtigen Bande, welches das jüdische Gesetz zwischen uns und unserm Gotte in unauslöslicher Kraft zu weben bestimmt ist, diese letzten Fäden — wenigstens — noch geblieben. Wird einmal die Zeit allgemeinster Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze kommen — und sie kommt ja gewiß, so gewiß, wie Gott es verheißen, כי לא יטוש ד' עסו ונחלתו לא יעזוב, daß er sein Volk nicht fahren lasse und nicht loslasse von seinem Erbe, — so wird eine solche Zeit doch wohl an einen solchen Rosch Haschanah anknüpfen. Es wird doch einmal ein Rosch Haschanah kommen, an welchem der Posaunenruf mit der alten Theruahmacht auch die abgefallenen Gemüther fassen und nicht loslaffen wird, bis er sie unverlierbar wieder ihrem Vater im Himmel in die Arme gebracht, und eben weil Rosch Haschanah die letzte Faser ist, die ihnen vom alten jüdischen Bande geblieben, so wird er den ersten Faden bilden zu dem neuen Bande, mit welchem Gott sic dann sich wieder ewig verbindet. Vergegenwärtigen wir uns Das, was der Rosch Haschanah dem Juden geworden und ist, in der ganzen Fülle seines Inhalts, indem ganzen Umfang und der ganzen Stärke und der ganze;; Dauer seiner Wirkung, so steht uns eine Erscheinung da, die in ihrer Groß- Egkett so einzig ist, daß sie — vielleicht nur noch von der wun-

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