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Jeschurun · 1859-10-01 · Heft 1 (Oktober 1859) · p. 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 1 (Oktober 1859)
Article
Tischri
Date
1859-10-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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4 Tischri.;'י | nur Rückkehr aus der Vergangenheit, Selbstläüterung in der ׳ Gegenwart und Pflichttreue in der Zukunft, was über uns ver-; hängt werde, zum Guten zu wenden vermögen! Denn wie Gottes Name ״Liebe" heißt, so strahlt diese Liebe auch in seiner Waltung. wieder; nicht den Tod des Sterbenden, seine Rückkehr will er, daß er lebe, und harret seiner so lange er athmet, und nimmt ihn auf,j sobald er kommt! Dann fühlen wir die tiefe Wahrheit, daß wir: trotz unseres Anfangs aus Staub und unseres Endes in Staub und trotz unseres Mähens um Staub, trotz unseres gebrechlichen, z . welkenden, vergänglichen, verschwindenden, verwehenden, verfliegender -! Wesens, uns an den lebendigen, ewigen, unvergäng: - lichen, einzigm Gott und König anzuklammern haben, der — :»ישמנו קראת בשמך — uns trotz unserer Vergänglichkeit und mit allem un- S -• serem Vergänglichen zur Theilnahme an seiner Ewigkeit und seiner ( Liebe berufen —" und von diesem Ernst und dieser Seligkeit durch-: weht, hebt uns der Gedanke, hebt uns das Gefühl in den Chor| der Gottesengel und wie fle geben wir uns heiligend, heiligend, hei- ■ Irgend dem Gott der Weltenschaaren hin, dessen Herrlichkeit die Erde f füllt- Wo ist das jüdische Herz, an dem der Moment ganz spurlos: vorüberginge, — wo der Jude und die Jüdin, die nicht fühlten, daß § ihr Blut doch dem Judenthum angehöre! Und in der That ist's der Rosch Haschanah auch, der am längsten und über den Abfall hinaus den Juden und die Jüdin fesselt, und dessen Fäden die abgefallenen Sohne und Töchter des jüdischen Gottesbundes am letzten zerreißen. Es wissen doch auch die Zeitblätter eines jeden Marcheschwan aus Nord und Süd aus Ost und West, diesseits und jenseits des Meeres zu erzählen, wie der Tischri auch dieses Jahr seine Anziehungskraft nicht verloren, wie die Synago- ׳ gen sich gefüllt^ mit welcher Andacht sich die Andächtigen gesam melt und wie die heiligen Stätten die Genugthuung hatten jetz 5ן? Männer und Frauen an ihren ״Altären" zu sehen, die außer den Tempel- und außer den Tischri-Tagen das Judenthum kaum noch!;! dem Namen nach kennen — Wohl vermögen wir nicht in diesen lctt- א J ten Jubel über die Tischri-Tempelandachten einzustimmen, wohl vcr mögen wir nicht ohne Wehmuth zu gedenken, wie Vielen vielleicht eb!» diese Tischri-Tempelandachten statt zu einem Sporn zur llmkehr und

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