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Jeschurun · 1859-09-01 · Heft 12 (September 1859) · p. 655

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 12 (September 1859)
Article
Kleine Bilder aus der jüdischen Gegenwart
Date
1859-09-01
Page
655 (sequence 8)
Language
German
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i Einführung einer Synagogenordnung, eine Geschichte von Vielen- 655 j j rer und faßte seine Hand. ״Sie sehen hier versammelt," Hub er an, I ״die ganze Gemeinde, jung und alt. — Die Nachricht von dem j Verluste, der uns betroffen, hat uns alle mit tiefster Wehmuth erj füllt und wir sind uns alle in dem Zuge unseres Herzens begeg-; net, der uns zu Ihnen geführt. — Wir mochten Ihnen sagen all § das, was unser Herz bewegt; —aber selbst wenn wir nicht schlichte! Landleute wären, wenn uns die Kunst der Rede zu Gebote stände, j wir vermochten nicht in Worte zu kleiden die Gefühle der Liebe, l der innigsten Liebe, der herzlichsten Dankbarkeit, der wärmsten Verz ehrung, die wir für sie fühlen. — Wir Alle, wir empfinden es, z daß wir in Ihnen einen Vater, einen Freund, einen Lehrer verl lieren — Klein und Groß. Unsere Gemeinde im Ganzen beklagt in Ihrem Fortgange ihren unermüdlichen weisen Rathgeber. — So | sind wir Alle verwaist — " ■g Lautes Schluchzen hatte die Rede des Vorstehers begleitet; — | er selbst war so bewegt, daß er nur in abgerissenen Worten sprejj chen konnte. Die Rührung überwältigte ihn und erstickte seine f Worte. Auch der Lehrer war tief ergriffen; — er zog den Vor- | steh er an sich und umarmte ihn unter Thränen. Nach einer Weile; ermannte er sich und nahm das Wort. ״Meine lieben Freunde, bej gann er, was soll ich Euch sagen, was kann ich Euch sagen? Soll g ich zu Euch reden von der Liebe, mit der ich jedem Einzelnen von j Euch zugethan bin, oder von dem Schmerze, der in dieser Scheide-; stunde mich ergreift? Es wäre überflüssig anöznsprechen, was Ihr g Alle wisset und sehet. Oder kann ich zu Euch reden von der 1 Dankbarkeit für all die Liebe, all die Hingebung, die Ihr mir J während fünfzehn Jahren gezeigt habt? — Wo ist der, der so | fühlt wie ich und noch Worte findet? — Freunde und Verwandte j — Ihr seid mir durch ebenso edle Bande, wie die des Bluts ver- 1 wandt — muß ich lassen, nmß verlassen die Stätte meiner Glückj seligkeit — und das Herz bricht." | ״Darum laßt von Andern: mich reden, von einer ernsten, wichl Ligen Sache. — Das heiligste Recht der Gemeinde Israels hat j man verletzt, hat die Gesetze Gottes schnöde mit Füßen getreten j und eine Herrschaft sich angemaßt über die Gottesgemeinde, die j unerhört ist in der Geschichte des jüdischen Volks. — Ihr allein! habt Widerstand geleistet. — Die erste Folge dieses Widerstandes

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