Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 12 (September 1859)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-09-01
- Page
- 641 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Die Stiftshütte. 2. Di- Stoffe. 641 das Animalische nicht dem Vegetabilischen dienen. Vielmehr soll das Vegetabilische dem Animalischen und beide zusammen dem unsichtbaren Göttlichen dienen, das als Ebenbild Gottes im Menschen- Wesen den dritten Faktor bildet, durch den der Mensch erst zum Menschen wird. Mensch sein heißt: nicht wahrnehmen, wollen und streben um sich zu nähren und zu zeugen; sondern sich nähren und zeugen um Wahrnehmung, Wille und That zum Dienste Gottes bereit zu stellen. Pflanze, Thier, Mensch, Gott, so heißen die Stufen, die aufsteigend den Menschen vollenden; Pflanze, Thier, Thier, Pflanze, die eng geschlossene Spanne, in der fich der Begriff ״Thier" abschließt. Diese Beherrschung des Vegetabilischen durch das Animalische, und die Unterordnung und Bereitstellung Beider für Gott und seinen Dienst, heißt: ״ ,החקרשfich Gott bereit stellen," (Vergl. was wir über den Begriff קדוש in der Ziezith - Abhandlung gesagt); so wie die Hingebung der animalischen Kräfte an die Anforderungen der vegetabilischen Reize, das Bereitstellen des aufwärts für Gott bestimmten Menschenwesens für die niederen Reize der unterzuordnenden Natur heißt, טומאת נפש ,תיעוב נפש ,שיקוץ נפש ,השתקץ, ein Fremdmachen der Menschenseele Gott gegenüber. Jenes, die Weihe aufwärts, heißt קדוש; dieses, die Weihe abwärts קדש. Wir glauben daher nicht zu irren, wenn wir in dem Gesetze, Wolle und Flachs nicht in nnserm Gewände verbunden zu haben, das warnende Symbol erblicken, unsere animalische Natur nicht abwärts an unsere vegetabilische Reize htnzugeben von ihnen fesseln, und mit ihnen verwebt sein zu lassen, vielmehr unfern vegetabilischen Leib Träger unseres animalischen Lebens, unser animalisches Leben Träger unseres menschlichen Geistes sein zu lassen, auf daß alle drei, daß unser ganzes auswärts strebendes Menschenwesen sich zum Träger des Göttlichen auf Erden vollende, d. h. ״Mensch" sei. Wir erblicken hierin dieselbe Mahnung, die auch in dem: לבו רואה את העתה אסור ihren Ausdruck findet, das die verhüllende Scheidung der ערות, des Repräsentanten des intensivsten vegetabilischen Lebensvon לבו, dem nächsten Träger des animalischen, fordert. Und darin dürfte auch der Ausspruch des R. Schimeon S. Elasar (Kilaim IX, 8) seine volle Berechtigung, und auch das Wort שעטנז seine eutsprcchende Erklärung finden: נלון הוא, erklärt R. Sch. b. E. den Aus-