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Jeschurun · 1859-09-01 · Heft 12 (September 1859) · p. 640

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 12 (September 1859)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1859-09-01
Page
640 (sequence 9)
Language
German
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640 GtünMnM ein« Mische Symbolik ׳' sich als die specifische Unterscheidung der Menschen-GattNng vorn Thtere ankündigt und je augenfälliger diese Verwandtschaft noch durch den halachischen Zusammenhang des Ziezith- und Schaatnesgesetzes hervortritt. Suchen wir nun die Bedeutung dieser verbotenen Vereinigung aus dem Gedankenfelde der menschlichen Bestimmung, so müssen wir zwei Momente suchen, deren Sonderung den Menschen zum Menschen macht, deren Vermischung den Menschen zum Thier erniedrigt, die beide in dem leiblichen Wesen gegeben sein müssen, dessen menschenwürdige Repräsentanz und dessen Schutz eben Bestimmung des Gewandes ist, und die somit in den verschiedenen Gewandsäden ihren Ausdruck finden können. Wolle und Flachs find nicht verschiedene Arten einer Gattung, verschiedene Gattungen eines Reiches, sondern sie sind Stoffe aus zwei verschiedenen Reichen, sie verhalten sich zu einander wie Pflanze zum Thier. Flachs ist der specifische Gewandstoff aus dem Pfianzenreiche, Wolle der specifische Gewandstoff aus dem Thierreiche. Nichts liegt daher wohl näher, als daß ein leinener Faden und ein wollener Faden im menschlichen Gewände symbolisch genommen diejenigcn Beziehungen bezeichne die der menschliche Leib mit der Pflanze und die er mit dem Thtere gemein hat. Besteht ja das leibliche Wesen des Menschen wesentlich aus solchen zweien Faktoren, aus dem vegetabilischen und dem animalischen Leib. Ernährung und Zeugung und alles durch dieses Bedingte bilden das vegetabilische, Wahrnehmung, Wille und Bewegung das animalische Reich des leiblichen Menschenwesens. Im Thtere geht das ganze animalische Wesen in die Zwecke , des vegetabilischen auf, Wahrnehmung, Wille und Bewegung dienen der Ernährung und Zeugung; beide Richtungen find in einander verschlungen, das Vegetabilische erzeugt und erhält das Animalische, das Animalische dient und schafft dem vegetabilischen, beide Faktoren erschöpfen das Wesen des Thiers, ein für Ernährung und Zeugung wahrnehmendes, wollendes und sich bewegendes Wesen heißt — Thier, es ist Wolle und Flachs zusammen verschlungen צמר ו&שחים יחדיו. Der Gattung ״M ensch" ward ein höherer Beruf. In ihm soll das Vegetabilische nicht das Animalische beherrschen, das Animalische nicht in den Anforderuugen des Vegetabilischen feine Ziele und seine Hebel finden,

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