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Jeschurun · 1859-08-01 · Heft 11 (August 1859) · p. 616

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 11 (August 1859)
Article
Villafranca und Kremsier
Date
1859-08-01
Page
616 (sequence 24)
Language
German
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Villafranca und Kremfier chen Provinzen in milderer Form auf, im Wesen war es überall j gleich. Nehmen wir nun noch hinzu — um Alles Andere kurz zusammenzufaffen — daß dabet dem Juden jedes Amt, jede Würde, § jede geistige Karriere im Staate versperrt ist, daß der Staat seinen Talenten keine Sphäre, keine Ehre und Anerkennung! eröffnet/ daß er ihn noch in tausend Verhältnissen, z. B. vor Gericht als Zeugen gegen Christen, recht eigentlich brandmarkt, daß Kopf und Herz des Juden dem Staate Nichts, nur sein Geld ihm Alles gilt, er seinen Geist, ftin Talent, seine Tugenden nicht gebrauchen will, Geld, und nur Geld von ihm forderte, und wiederum Geld- - auf diesen׳ Gelderwerb allein der Staat ihn hinstößt, und zu diesem Erwerb ihm meistens den geraden, offenen, schlichten Weg verrammclt, so dürfen wir wahrlich fragen: hat der Staat nicht Alles gethan, um den Inden systematisch an Geist und Herz zu verkrüppeln, um systematisch alles Hohe und Edle in ihm zu ertödten und ihn der Unredlichkeit und Unsittlichkeit rettungslos in die Arme zu werfen? Und das ist unser Stolz! Wenn wir trotz!Druck und Hohn, trotz Versuchung und Verführung, trotz Jammer und Eleno, trotz dieser ganzen absichtlichen Verwahrlosung, abfeiten des Staates dennoch nicht sittlich und! geistig zu Grunde gegangendennoch in jeder menschlichen, häuslichen und bürgerlichen Tugend kühn den Vergleich mit allen übrigen Staatsgenosscn auszuhalten vermögen, dennoch auf jedem Feldeder Wissenschaft und Kunst jüdische Geister glänzen und leuchten, dennoch unser Herz rein und warm für des Vaterlandes Ehre und Größe schlägt, zu allen Opfern freudig bereitan des Vaterlandes Marken unsere Jünglinge in der! Feldschlacht ^bluten, in des Vaterlandes Mitte unsere Männer den Ruhm der Geistesarbeit zur geistigen Wiedergeburt des Vaterlandes theilen, — wenn somit unsere Gesam.mthctt keiner andern Gesammtheit an Geist und Herz, an Herz und Geist nachftehet, sodürfen wir mit Stolz! auf! diese: Thatsachen Hinweisen und! sprechen: sehet! das ist unser! Der Staat hat uns nicht gepflegthat uns, geistig und sittlich, vernachlässigt, nnserm geistigen und sittlichen Streben; fortwähreyd Steine; iw den! Weg! gelegt,! und dennKch, —;•sfym den Staat,

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