Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 11 (August 1859)
- Article
- Villafranca und Kremsier
- Date
- 1859-08-01
- Page
- 615 (sequence 23)
- Language
- German
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von Dr. M. Hirsch. 615 milie, wofür die Gemeinde aber solidarisch haftete, und so der Dermögende die Taxe der Armen mitbezahlen mußte. 2. Der Verzehrungsaufschlag, der außer der allgemeineu Verzehrungssteuer die Lebensbedürfnisse aller Art für Reich und Arni unmäßig vcrtheuerte. 3. Der Contribution s-Drittel-Zuschla g, eine Steuer, deren Fortbestand geradezu als eine Rechtshöhnung erscheinen mußte. In Kriegszeiten ward sie an der Stelle der Klassensteuer der übrigen Bevölkerung für die Juden ausgeschrieben. Mit dem Frieden hörte für alle übrigen die Kriegssteuer ans. Aber die Juden petirten vergebens um Aufhebung ihrer Kriegssteuer. Ja, als Hohn des Hohnes ward sie nach einer einstigen, gar nicht mehr anwendbaren, auf eine gar nicht mehr bestehende Contribution sich beziehenden Repartition vom Jahre 1787 für die einzelnen Gemeinden berechnet. Welch eine Last diese Judensteuern in den einzelnen Gemeinden für den Einzelnen brachten, möge man beispielsweise aus der Gemeinde Nikolsburg erkennen. Die aus 620 Familien bestehende Judengemeinde zu Nikolsbürg, worunter 300 bettelarm, und die übrigen 300 auch in min׳ bestens 3 Kategorien zerfallen, zahlte, außer allen übrigen Steuern, an Zudensteuern dem Staate jährlich: Familientare . . . 3100 fl. C-M. VerzehrungSaufschlag 7000 ״ ״ Drittelzuschlag . . 4000 ״ ״ in Summa 14,100 fl. C-M. und dabei hatte» sie noch ihre Schulen, Synagogen, Geistliche, Armen selbst zu versorgen! Einen solchen Atlas stülpte der väterliche Staat auf den Marsyas-Rücken des armen Juden! Wie viel mußte nicht erst der Jude für den Staat erwerben, erkeuchen, ehe er daran denken konnte auch nur einen Kreuzer zu Brod für Weib und Kind zu verdienen! Wohl-ist die Steuerlast bereits vor dem erleuchteten Nechtsgefühl der jüngsten Zeit gefallen, allein in der Schilderung des vom Juden getragenen Druckes durfte sie nicht fehlen um die Summe!eines Elends ganz zu ermessen, und trat auch dieses Elend in man-