Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 11 (August 1859)
- Article
- Villafranca und Kremsier
- Date
- 1859-08-01
- Page
- 609 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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von Dr. M. Hiksch. •׳609 j Zustände nicht ersparen dürfen. Und vor Allem möchten wir den Z Besttmmern unserer Zukunft baniit das abschreckende Jammerbild j vor die Seele stellen, zu welcher Größe der Verirrung das Unrecht j führen könne, sobald man auch nur Einmal das Eine ewige unj wandelbare Recht verlassen. Denn auch dieser Jammer ward nicht , j aus Einmal erzeugt. Jedes neue Geschlecht, jedes neue Jahr fügte f neue Gewalt zum alten Unrecht., Mit der ersten Ausnahme, die 1 man sich gegen den Juden erlaubte, stellte man ihn als einen z Solchen dar, dem man nicht volles Recht angedeihen zu lasten ver- I pslichtet wäre, und damit war der Leidenschaft, dem Eigennutz, der; Bosheit und der Gewall schrankenlos Thür und Thor geöffnet, f Und ein gleiches Geschick stünde auch fetzt dem Juden bevor, sobald j man auch nur um ein Haar breit sein. Recht ihm kürzen,, ihm Frei-; heiten, aber nicht die, Freiheit, Rechte, aber nicht das Recht verj leihen, ihn nicht für, alle Zukunft unter den Schutz des einen unl Heilbaren Rechts, der. einen untheilharen Freiheit stellen wollte. Jedoch nur an. allgemeinen großen Zügen bitten, wir ein Gef nüge finden und die speciellen Details uns erlassen zu wollen, j bittep auch endlich die Härte manches Ausdrucks nicht verargen zu : wollen. Worte sind der Spiegel der Dinge- Sind hie Dinge schwarz,? kann der Spiegel nicht rosenfarben schimmern. Indem wir jedoch wieder einmal im Geiste die schmachvolle j Summe der vom Staate an den Juden verübten Rechtskränkungen in ihrer doppelten Form der Versagung, und lseberbürdung resu-! mixen, können wir gleich Eingangs den Gedanken nicht unterdrücken-- - zn welchem Urchetle man gelangen müsse, wenn man den einfachen f Maßstab des ewig unverbrüchlichen Rechtsprtncipts an dieses. Pro-; dukt des bisherigen Stqatslebens legt. Wem das Correlat von ל Recht und Wicht die unantastbare Grunbnorm alles staatlichen,; Rechtsbewußtseins ist,, so ist dieses, nirgends himmelschreiender mit? Füßen getreten worden, als, in, dem. bisherigen׳ Verhalten des Staaj tes gegen die Juden. Ins innerste Mark des Menschen- und i Bürgerlebens schneiden die Versagungen ein, und centnerschwer lasteten die UeberbürdynM, Und. während jede, dieser Unbtlle schon , an sich dach schreiendste, Unrecht st>är,e,. steigert, sich in der, gegenüber-