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Jeschurun · 1859-08-01 · Heft 11 (August 1859) · p. 608

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 11 (August 1859)
Article
Villafranca und Kremsier
Date
1859-08-01
Page
608 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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-608 Vtlkfranca rnibi Kremster, lange hinaus ihre ganze Zukunft , ihre heiligsten Güter, ihr Menschen- und Bürgerglück, ihre Menschen- und Bürgerehre vorenthalten werden sollen!; dürfen es um des Vaterlandes selbst willen nicht, dem, wie stiefväterlich es auch bis jetzt gegen uns gehandelt, unsere Herzen doch mit aller Gluth echter, ebenbürtiger Söhne entgegenschlagen, und das sein Heil, seinen Frieden nicht finden kann, nicht finden wird, so lange noch eine Menschenseele in ihm athmet, die es vor Gott der Ungerechtigkeit, der Gewaltthat, des Raubes ihrer heiligsten Gäter anklagen darf, und in der neuen Zeit die Sühne jahrhnndertlangen Drucks und Elends nicht gefunden. Mir geben daher in dieser Denkschrift ein schwaches Bild des namenlosen Jammers, den die zu Grabe gehende Vergangenheit auf die unglücklichen jüdischen Söhne des Vaterlandes gehäuft, und stellen dem gegenüber im Angesichte Gottes, im Angesichte der ganzen Mit- und der mit unbestochenem Urtheil einst richtenden Nachwelt offen und ernst die Frage, welche sühnende Zukunft einer solchen trostlosen Vergangenheit werden muß, wenn die zu Bauherrn der Zukunft Berufenen sich sollen sagen können: wir haben das Recht, wir haben das Heil begründet. Ungern kehren wir jedoch zu der Betrachtung unserer düster» - Zustände zurück. Wir wollten so gerne mit der Vergangenheit abgethan haben,'wollten so gerne nicht anklagen, und nach unserer innersten Uebtrzeugüng wäre auch au sich das Zurückgehen auf diese Specialitäteu unserer Leiden bei unserer Frage ohne Noth und ohne Folge. Denn nicht aus das Quantum und Quäle unserer Leiden basirt sich die Forderung uüserer Zukunft, sondern einfach aus das Gebot des Rechtes, das auch für uns endlich eine Wahrheit werden soll. Allein so mancher ungerechte lieblose Tadel über von Keinem mehr als von uns zu bedauernde Erscheinungen des bisherigen jüdischen Volkslebens findet in diesem namenlosen, vom Staate selbst herausbeschworenen Jammer seine volle Widerlegung, so manches über einzelne Uebcrgriffe unserer Jugend gefällte harte Urtheil must vor jedem gerechten Richter eben in diesem Jammer eine so große Milderung finden, daß wir uns das traurige Zurückgehen auf diese

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