Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1859)
- Article
- Thamus
- Date
- 1859-07-01
- Page
- 514 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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§16 Thamuk für Wahr und Falsch sein Sprüchlein der Weihe und der Billigung bereit haben, indifferent gegen Alles, muß er sich aus dem reichen Schatz göttlicher Wahrheit nur das Körnlein herausgelesen haben, das einmal Jeder anerkennen kann, — weil es eben Niemand genirt — und Jeder anerkennen muß, wenn er überhaupt noch zu seiner Heerde sich zählen soll. Er muß es verstanden haben, die Wahrheit auf der Siebe des Friedens zu sichten; Und das Familienleben? Die Ehe? Die Erziehung? Das Haus? Die Schule? Diese Kreise und Stätten, in welchen über unser ganzes Heil in Gegenwart und Zukunft die Würfel fallen? Jsi es die Wahrheit oder der Friede, die sociale Verträglichkeit, die dort alles beherrscht, und Alles diktirt, Alles in Frage stellt und alle Fragen entscheidet? Um des Friedens willen duldet der ״fromme" Gatte, daß die Gattin, duldet die ״fromme" Gattin, daß der Gatte den Kindern das Beispiel eines gesetzentfremdeten Lebens bietet. Um des Friedens willen macht der Vater der Mutter, wacht die Mutter dem Vater die Concession, die Söhne oder die Töchter für ein ״modernes israelitisches" Leben unterrichten und bilden zu lassen. Um des Friedens willen wagen die Eltern kein Wort gegen das unjüdische Leben ihrer erwachsenen Söhne und Töchter. Um des Friedens willen wird das ״Ja"-wort zur Verbindüng mit unjüdischem Eidam, mit unjüdischer Schwiegertochter gegeben. Um des Friedens willen duldet man den verderblichsten Einfluß unjüdischer Onkel und Vettern, unjüdischer Freunde und Verwandte aus die ganze Richtung des Hauses und der Kinder. Um des Friedens willen muß auch die Schule über allen Partheien stehen, muß auch die Schule die Wahrheit verleugnen/ damit sie dem Hause keinen Anstoß gebe, — jenes ganze heillose System der Conntvenz, die den Frieden mit Gott pretsgibt um des Friedens mit den Menschen willen, die um die Gunst der Fremden und Großen buhlt und Alles dem herrschenden Modeton mundgerecht zu machen strebt,, jenes System des Wahrheit verschachernden Friedens, das einst an der äußersten ״Linken" zum Geiste der Lüge im Munde der ״Hofpredigcrschaar" geworden/ die sich im Glanze Ahab's und Jsebel's sonnten/ und zur justs wilisir-Reform eines Ahas, die den ״Hauptgottesdienst" nach dem damascentschen Muster eines Thiglath Pleßer