Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1859)
- Article
- Thamus
- Date
- 1859-07-01
- Page
- 515 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Soll ich noch Minen und fasten? 517 modellirt, dabet aber so tolerant ist den alten Gottesaltar noch als ״Nebengottesdienst" vegettrcn zu lasten — ומזבח הנחשת יהי׳ לי?יבקר jene ganze Zeit des ersten Tempels, ist sie nicht ganz eigentlich wieder erstanden in unseren Tagen, also, daß wären nicht bereits die Tage, des vierten und die Tage des fünften und die Tage des zehnten Monats Tage des Fastens und der Trauer — wir uns solche Tage stiften müßten, um unserer Verirrung inne und der Gefahr bewußt zu werden die unser Heiligthum bedroht? Und die Verirrungen des zweiten Tempels?? Ist unsere Liebe zur Wahrheit überall eine solche, eine so reine, so vollendete und ganze, daß sie von selbst die aufrichtigste Liebe des Friedens mit umschließt? Sind all die Kämpfe, die für die Wahrheit und im Namen der Wahrheit geführt werden, in Wahrheit Kämpfe um der Wahrheit willen, daß nirgend persönliche Jntereffeu bewußt und unbewußt die eigentlich bewegenden Triebfäden bilden? Sind alle Hände rein, die die Standarte der Wahrheit erheben — hat sich die Wahrheit nirgend ihrer Kämpfen zu schämen? Gilt uns die Ehre unsrer Sache mehr als die Ehre unsrer eigenen Person, daß wir überall bereit sind unsere eigene Ehre und unsern eigenen Vortheil htntanzusetzen, wo die Sache der Wahrheit ein solches Opfer heischt? Ja sind wir in eben dem Maße gefügig und milde, verföhnlich, nachgebend, gelinde, bescheiden in Sachen unseres Personlichen Interesses, unseres Amtes, unserer Würde, unseres Rechts, unseres Vortheils, unserer Anerkennung, unseres Vermögens, überall eben so friedlich, ohne Groll und ohne Haß, ohne Eigensinn und Starrsinn in Sachen unseres persönlichen Betreffs, wie wir fest und stark, unerschütterlich und unbestechlich, muthig und kühn, ohne Schwanken und Wanken, ohne Rücksicht und unnachgiebig dastehen, wo es gilt für die Sache der Wahrheit -einzutreten und die Sache der Wahrheit zu verfechten? Ist unsere Friedensliebe, unsere Unkigennützigkett, unsere Milde und Bescheidenheit im socialen Leben Bürge für die Aechtheit unseres Eifers um die Sache der Wahrheit? Nur der Mann, von dem die Schrift bezeugt, daß er der . bescheidenste Mensch aus Erden gewesen, durfte sich ins Thor des jüdischen Lagers mit dem Rufe stellen: "״!מי לד■ אלי Wer Gottes Istzu mir!" Die Männer, die er sich zu Mitträgern seiner Sache