Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 476 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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476 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. sichtbar wird, ja aus ihnen, in ihnen, und durch sie selbst gebildet ist, so dürfte dies den bedeutsamen Gedanken veranschaulichen: wenn wir den פרשיות של תפלין ein בית bauen, d. h. wenn wir unserer jüdischen Bestimmung und Aufgabe durch unser ganzes irdisches Dasein und Leben die Stätte auf Erden gründen, dann wird nicht nur das diese Bestimmung und Aufgabe offenbarende Gesetz den Gottesnamen tragen, dann wird alles Irdische selbst, das wir zur Stätte des Göttlichen gestalten, in welcher das göttliche Gesetz wohnt und seine Verwirklichung findet, durch diese Verwirklichung selbst in den Kreis des Göttlichen gehoben. ״Dies Haus, das wir der חורה bauen, das ganze irdische Leben, dem wir die Erfüllung des göttlichen Gesetzes, die Lösung unserer jüdischen Bestimmung und Aufgäbe zum Inhalte geben, wird Träger des göttlichen Namens, die Verwirklichung der פרשיות prägt den Wänden ihres Hauses den Gottesnamen aus." ״An den Wänden des Hauses sieht man, welchen Inhalt das Haus habe." Eine aufmerksame Betrachtung der Stelle: hMenachoth 34 b.) קרש והיה כי יביאך מימין, שמע והיה אם שמוע משמאל zeigt, daß den vier Tefillin-Abschnitten eine zweitheilige Gruppirung zu Grunde liegt, קרש והיה בי יביאך einerseits, שמע והיה אם שמע andererseits bilden zwei Seiten, die zusammen den Inhalt und den Bau des Audenthums vollenden. In der That verhalten sich die ersten beiden zu den letzten beiden wie יציאת מערים zu מחץ חורה, wie unsere Geschichte zu unserer Aufgabe, — wie uns dies bereits oben hervorgehoben — und ש״" au der Wand der Abtheilung rechts und der Abtheilung links drückt unferm Geschicke wie unserm Thun, unserer Geschichte wie unserm Leben den Namen Gottes auf, macht beides zu Trägern seiner Offenbarung und drückt voll die bereits citirte Verheißung aus: ״Es richtet dich Gott sich auf zu einer heiligen ״Nation, wie er es dir zugeschworen, wenn du die Gebote 'ר dei- ״ues Gottes bewahrest und wandelst in seinen Wegen. Und es sehen ״es alle Nationen der Erde, daß der Name h’ä über dir verkündet ״ist und fürchten sich vor dir!" (5. B. M. 28, 9, 10.) Schwieriger bleibt die Frage nach der Bedeutung des vierköpfigen Schin an dem einen der Wände. In der talmudischen Ueberlieferung ist diese Form nicht ausgesprochen; allein sie steht durch herabgeerbte Praxis fest. Wir wagen hierüber nur eine Vermuthung