Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 473 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932873-2943601--04697-2943668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IIS V. TeMn. 478 Betrachten wir nun das שין של חפלין, zuerst unter diesem Gefichtspunkte als einzelnen Buchstaben und fragen zunächst ob viel- : leicht seiner sprachlichen Bedeutung als solchem bereits ein solcher Begriff innewohne, der, an den ״Hauswänden, der תפלין" in soleher Prägnanz und in solchem harmonischen Zusammenhänge mit; allem klebrigen erscheine, daß wir diesen Begriff ohne weiteres als; den an dieser Stelle zum Ausdruck beabsichtigten festzuhalten berechtigt wären? Glücklicher Weise hat nun der Buchstabe: ש nur eine einzige, völlig entschiedene ausgeprägte, sprachliche Bedeutung. Er ist das Zeichen des relativen Pronoms: welcher, und zwar häufig mit elip- : tisch hinzugedachtem Demonstrativum: der, welcher. Diese Elipse ist; nicht blos grammatischer Sprachgebrauch. Sie liegt vielmehr wesentlich im Grundbegriff des Relativum selbst. Jedem Relattvum ist nämlich der Gegenstand, von dem es ein Attribut heranbringen will, kein gegenwärtiger, bereits bekannter. Es richtet vielmehr die Gedanken zuerst auf einen erst durch das Attribut kenntlich zu machenden Gegenstand um ihn durch das Attribut zu kennzeichnen. In dem Satze: der Mann ist gut, ist das Objekt schon ohne das Attribut ״gut" ein völlig bekanntes, und wird unsere Kenntniß desselben nur ergänzt und erweitert. Der Mann, ״welcher gut ist", führt uns den Gegenstand als einen Unbekannten, eben erst durch seine Attribute uns bekannt zu gebenden vor. Ganz so verhält sich bas hebräische אשר und — ש״ .ש" im Allgemeinen ist somit das Zeichen eines erst durch seine Attribute uns bekannt werdenden Gegenstandes, eines Gegenstandes, von dem wir nur Bewußtsein erhalten, durch Das, was er ist und was er thut, durch die Erkenntnisse seiues Seins und Schaffens. Diese Beziehung eines Gegenstandes : zu unserm Erkenntnißvermögen, nicht blos als zufällige, augenblickliche, oder nur in Abstraktion gedachte, sondern als wirkliche und wesentliche charakteristische, somit diesen Gegenstand selbst kennzetchnende Eigenchümltchkett gefaßt, würde ש״" zur Bezeichnung eines Wesens machen, das nicht nur augenblicklich, zufällig uns noch unbekannt ist, oder nur zur deutlichern Gedankenentwtckelung als unbekannt gedacht wirb um daffelbe uns erst durch Mittheilnng eines Attributs bekannt zu machen, sondern das wesentlich und bleibend in einer solchen Beziehung zu unserer Erkenntnis) steht, daß wir i י llt: Ar- ] -hl, ich » "g i Ee< [.■־•־■ -)c as •j