Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 468 (sequence 13)
- Language
- German
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468 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. werden müssen, daß der Tempel in uns, durch die Dahingebung unserer Geister und Leiber an seine חורה erst seinen Boden und seine Vollendung finde, und daß Gotteö שכינה nicht in dem Holz und Stein, sondern in den Myriaden ihm zuwallender Herzen und Leiber ihre Stätte nehme. שובה ד׳ רבבות׳ אלפי ישראל, betete Moschch wenn die Bundeslade zur Ruhe eingiug, kehre ein unter die Myriaden der Tausende Israels! Nicht aber: kehre ein in den Gold und Purpur geschmückten Tempel, den wir dir erbaut. Wie daher an der Bundeslade die Tragstangen nie fehlen durften — לא יסורו ממנו — ja, wie sie sich durch den heiligen Vorhang sichtbar hervordrängten, sich somit Israel stets zum Tragen darboten — ויראו ראשי הברים מן הקרש (Könige I., 8, 8.) — also darf an der Tefillin- Basis dieBtndöse nicht fehlen, die zu Jedem von uns spricht: Trage mich, wenn du willst, daß ich dich tragen soll! Ein בית der Tefillin spricht somit vollständig den Gedanken des Prophetenwortes aus: בית — לנטוע שמיס תיחורא — וליסוד ארק מעברחא — ולאמר לציון עמי אחה. Die Häuser und ihre Basis sollen quadrat sein, מרובעות הלבה למשה מסיני. Insbesondere spricht sich die Ueberlteferung gegen die Kreis- und Kugelform aus העושה תפלתו ענולה סכנה■ ואין בו מצוה (Menachoth 35, a und Megillah 24 a). Auch bei der Construktion des Tempels und seiner Geräthe sehen wir ausschließlich die Qua-- dratfvrm herrschend. Versuchen wir einen Gedanken zu finden, der in dieser Bestimmung seinen Ausdruck haben dürfte. Mustern wir alle von lebendigen Naturkräften geschaffene Formen, d. h. alle von organischen Kräften in bewußtloser, oder doch vernunftloser Unfreiheit gestalteten stofflichen Gebilde, so tragen alle diese Gebilde überwiegend die Kreissorm. Vielleicht sind die sechseckigen Zellen der Biene die einzige Ausnahme, (und auch diese nur scheinbar; die Waben sind ursprünglich rund und erhalten die Winkelform nur durch Settendruck der anliegenden) alle andern, oder doch sicherlich die meisten andern Zellen, Hüllen, Gefäße, Nester und Bauten sind rundförmig. Denken wir uns die bewußtlos, oder doch jedenfalls unfrei wirkende und gestaltende organische Kraft in einem Punkts so wird dieselbe von diesem Punkt a:iö nach allen Seiten in dem ganzen Ausmaß ihres schaffenden und gestaltenden Vermögens wir-