Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 467 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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V. Tesillin. 467 Der חורה und den ״ מצותein Haus stiften" auf Erden, das dürfte somit die ganze Aufgabe enthalten, die einem Jeden von uns mit der Erlösung aus Mizrajim geworden. Daß die Thora in dem Tempel ihren Schrein habe, das giebt dem Judenthum seine Wahrheit nicht auf Erden. Erst darin findet er seine Wirklichkeit und Wahrheit, daß jeder Einzelne ihr in seinem kleinen Kreise ihr einen Tempel stifte, daß in dem Schaffen und Wirken eines Jeden von uns die חנכה ihr ״Haus" finde. Und diese Statte, die wir der חורה auf Erden bereiten, das Haus das wir ihr schaffen, 'soll nichts Zufälliges, Vergängliches sein; es soll seine wohlbegründete Basis auf der Erde, an und in dem Irdischen haben. Dem Judenthnm ist die Erde kein stuchbeladenes, dem ״Bösen" anheimgefallenes Jammerthal, in welchem das Himmlische und Göttliche sich nur wie in der Fremde, wie im Exil befinde. Vielmehr das ist eben die durch die חורה dem Judenthume gesetzte Aufgabe, לנטוע שמים, wie das ticfbedentsame Prophetenwort sie ausfrückt: ״ לנטוע שמים וליסוד ארץ ולאמר לציון עמי אחהdas Himmlische zu pflanzen, das Irdische zu gründen und Zion zu sagen: mein Volk bist du!" (Jes. 51, 16.) Dem unwandelbaren Ewigen durch seine Vermählung mit dem Irdischen, Vergänglichen, Grund und Bestand zu geben, also das Ewige in dem Irdischen eine Entwickelung, das Irdische aber in dem Ewigen einen Boden finden zu lassen. Wird die חורה eine Wahrheit auf Erden, so ist die Erde göttlicher als der Himmel, so lehrt das Judenthum, daß: עיקר שכינה כחהחונים, daß Gottes Herrlichkeit zunächst auf Erden ihre Stätte nehme. Aber die Basis selbst hat wieder ihre מעכרחא: sie selbst will wesentlich vom Menschen getragen werden! Nichts, durchaus gar Nichts und wäre es das Höchste und Heiligste, kann von uns also äußerlich dahin gestellt werden, daß Es, dieses Aeußerliche an sich, uns und unsere seligsten Bestimmungen und Hoffnungen, lvsgetrennt von uns, trage; daß wir nur Aeußeres zu schaffen und zu vollenden hätten und damit der Ausgabe überhoben sein dürften, uns selbst, unser Inneres, unser ganzes Wesen, unsere ganze Persönlichkeit umzuschaffen und zu vollenden; daß wir sprechen dürften: 'היכל ד' היכל ר, wir haben der Thora ihren Tempel gebaut, ihren Tempel gebaut, und vergessen, daß היכל ר' המה, daß wir selber der Gottestempel