Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1859-06-01 · Heft 9 (Juni 1859) · p. 466

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 9 (Juni 1859)
Article
Grundlinien der jüdischen Symbolik
Date
1859-06-01
Page
466 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2932863-2932873-2943601--04690-2943661
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

460 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. Unsere Aufgabe ist nun zunächst die äußere Darstellung der חפלין, sowie die näheren Modalitäten des Bindens und Legens desselben zu betrachten und deren symbolischen Beziehungen zu dem symbolischen Zwecke des Gebotes zu ermitteln. 3. Die .בתים תפלין erscheinen in ihrer wesentlichen äußern Darstellung als würfelförmige Gehäuse mit einer Basis und einer Oese zum Durchziehen der Bänder. Sowohl die Quadratur, als die Basis und Oese sind wesentlich, תיחורא, טרובעות und מעברתא sind 'הלמס; es können daher die ספים selbst so wie ihre Form und Beschaffenheit nicht eine bloße zweckmäßige Vorkehrung sein, um die betrefsende Thora-Abschnitte an Haupt und Hand zu binden, sondern diese ״Häuser" mit ihrer Basis und Bindösen müssen wesentlich die durch ble פרשיות uns gesetzte Aufgabe ergänzen, sie müssen uns sagen, was von uns für die Verwirklichung und Erhaltung des Inhalts der von Gott gegebenen Thora-Worte zu schaffen sei, und diese Forderung mit dem Inhalte der פרשיות zusammen erst die volle Aufgabe bilden, der wir Hand und Kopf energievoll widmen sollen. Diese ״Häuser der Tefillin" dürsten wohl zu ihrem Inhalte in demselben Verhältnisse stehen, wie die Bundeslade zu der Thorah, für deren Aufnahme und Bewachung sie bestimmt war, und deren symbolischen Charakter und symbolische Bedeutung wir noch anderweit zu betrachten Gelegenheit zu finden hoffen, und wie die פרשות das göttliche Gesetz in nuce vergegenwärtigen, so dürfte jedes פית eine Bundeslade in verjüngtem Maßstabe sein. Einem Menschen oder einer Sache ״ein Haus machen oder bauen" heißt aber in der hebräischen Ausdrucksweisc: ihnen eine bleibende und sich fort und fort verjüngende Stätte auf Erden bereiten. So in dem Ausdrucke: בית יעשה oder בית יבנה לך ד׳ Sam. II. 7, 11, und sonst. So tu der Antwort aus die Frage: wohin sie die im Scheffelmaaß sitzende, Bleigewicht essende (d. t. nur im Materiellen sich behaglich fühlende, vom Materiellen sich nährende) Leidenschaft trügen? לבנות לה בית בארץ שנער והוכן והניחה שם עלמכנחה ״ihr ein Haus im Lande Schinear zu bauen; es wird gegründet, und sie wird dort auf den ihr bereiteten Boden gestellt." (Secharja 5, 11.),-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.