Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 464 (sequence 9)
- Language
- German
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464 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. len sie Gottes Worte sich an Herz und Seele legen, sollen sie zum Zeichen um ihre Hand binden und sich zum Stirnschmuck zwischen den Augen sein lassen, sollen sie in stetem Vorangehen ihre Söhne lehren und sie an Thür- und Thor-Pfosten ihres privaten und öffentlichen Lebens schreiben damit ihr und ihrer Kinder Tage auf dem von Gott verheißenen Boden so lange wie des Himmels Tage über der Erde dauern. Bemerkenswerth ist es, daß in diesem Abschnitte Israel überwiegend in der Mehrzahl angeredet ist, was auch in dem Tefillin- Gebot 'וקשרתם, ידכם, וגו im Gegensatz zu 'וקשרתם, ידך, וגו des ersten Abschnittes hervortritt. Schon ׳^erläutert dies: כאן ביחיד כאן בצבור, daß während שמע zunächst an den Einzelnen gerichtet ist,והיה אם שמוע zunächst die Gesammtheit anredet. Wird ja auch in והיה אם שמוע nicht das Einzelgeschick, sondern das Gesammtgeschick, das nationale Wohl und Weh besprochen, wie es vou der Erfüllung oder Nichterfüllung des göttlichen Gesetzes bedingt ist. Höchst bezeichnend ists aber, wie in dieser Anrede an die Gesammtheit, die doch vom Nationalglück und von der Nationalaufgabe spricht, sich plötzlich in zweien Sätzen die Rede an den Einzelnen wendet. Die beiden Sätze sind: 'ונתחי מטר ארצכם וגו' ואספת וגו und '.ולמדתם אתם את בניכם וגו בשבתך וגו'. Sagt diese Etgenthümlichkett Nicht: Gottes Wort kennt kein Reden von Natlonalwohlfahrt und Blühen des Staates bet Verkümmerung des Einzelnen. Ihm blüht nur der Staat wenn dem Einzelnen Acker und Feld gedeiht und der Einzelne isst und satt wird. Dagegen weiß es auch nichts von Staats-Intelligenz und von Staatsktrchenthum, wenn die Erleuchtung nicht in den Häusern wohnt und die ״Religion" nicht den Bürger bei seinem Ausstehen und Niederlegen, in seinem häuslichen und bürgerlichen Leben begleitet. Noch einen — unverzeihlichen Schnitzer — begehet dieses Gotteswort gegen die statistische Weisheit unserer und aller Zeiten. In dem Kapitel über den Einzelnen baut sich das Individuum aus ״Herz und Seele und Vermögen" auf, hat Geist und Leib und Gut. In dem Kapitel über den Staat fehlt der Nerv und die Seele des modernen Staats, fehlt מאודיכם, fehlt das Vermögen, das Geld. Der jüdische Staat als solcher hat kein Kapital. Sein Schatz sind die schlagenden Herzen und die athmenden Seelen seiner Bürger, er ist vollendet, wenn die Geister und Leiber seiner Söhne alle ihre E ei d! ui UI rt le st Zr d d, fd ai si' T se P st w ui st € le W te st d, <S u ft