Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Siwan
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 452 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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452 Siwan. Zukunft reif, in eine noch höhere reichere Lebensbahn geleitet, in welche die vollendetste Reife der Errungenschaften deS bisherigen Lebens nur als der jugendliche Anfang einer noch höheren Vollendüng tritt. Es war — und ist — der Wein für das Alter unseres Volkes. Als Judäas Staat und Tempel unter dem Fußtritt der römischen Legionen zusammenbrach, war die römische Welt selbst mit allen ihren Staaten und Tempeln bereits innerlich faul und der Verwesung verfallen. Es kamen Jahrhunderte, es kam eine lange Reihe von Jahrhunderten, in denen Altern, Sterben, Verwesen, Zerfallen, in Atome aus einander gehen und sich in rohen und ungeschlachtenAnfängen zu neuen Gestaltungen zusammenfügen, die Völkergeschichtc der Menschheit aus Erden bedeutete. Es gab nur Ein Volk, das bereits den Tod überwunden hatte, das l ereits geworden war und nichts mehr zu werden hatte, das nicht ergriffen wurde von diesem Verwesungsprozeffe, von diesem Todesgang zu spätem neuem Leben, das mitten unter all den Völkerleichen das einzig lebendige blieb, und dies eine Volk war Israel, unser Volk. Als Roms Imperatoren in seiner Unterwerfung den letzten welthistorischen Triumph des römischen Adlers feierten, da war es geworden, was es zu sein hatte für seinen Welthistorischen Siegesgang durch die Länder und Zeiten, da waren freiltch kein Staat und kein Tempel, aber da waren Menschen und Häuser dem göttlichen Gesetze unverlierbar gewonnen, Menschen, die in dem göttlichen Gesetze, das sie als einziges Palladium mit hinaus retteten, Alles besaßen, was die römische Welt unter dem Namen: Vaterland, Nationalruhm, Kaisermacht, Tapferkeit, Kriegslorbeer, Kirche, Staat, Gelehrsamkeit, Kunst, Jahrhunderte herab zu besitzen sich beredete, das aber Alles in dem Jammer der Herzen, in dem Elend der Häuser, in der Entartung der Sitten, in der Verdummung der Geister, in der Barbarei der Gemüther, in der Gewaltthätigkeit der Hohen, in der Unterwürfigkeit der Niedern, in der leiblichen, geistigen und sittlichen Verkommenheit^ die unter allem gleißenden Schein doch Alles ergriff, den außerhalb Stehenden seine Hohlheit und Täuschung erwies. Da waren dem göttlichen Gesetze Menschen gewonnen, die, mit diesem Gesetze in der Hand, für all die Jahrtausende der Weltpcriode — des letzten Stadiums der götti