Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Siwan
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 451 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932873-2943600--04673-2943646- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zum Feste der GkfthgeLung. 451 welterobernbe Genie seiner Staatskunst. Das Licht des Gesetzes, das den jüdischen Männern leuchtete, ließ sie die Lüge unter jeder glänzenden Verhüllung erkennen, panzerte sie gegen alle Versuchungen sinncschmeichelnder Weltweisheit und Interessen schmeichelnder Weltklugheit Gräciens und Roms, und als zum zwcitenmale Tempel und Priesterschaft, Staat und Königthum Judäa's durch den Abfall vom Gottesgesetze den eigenen Untergang besiegelte, ließen sie Staat und Tempel dem römischen Schwerdte zur Beute und schritten über Schutt und Trümmer einer namenlosen und beispiellosen Zerstörung, mit der Lampe des göttlichen Gesetzes in der Hand, siegesmuthtg hinaus zu einem Weltgang sonder Gleichen. Was dieses Gesetz ist? Es ist der Wein für unser Alter. Es macht den leiblichen Winter unseres Lebens zu einem geistigen Sommer unseres Daseins. Die Stürme der Jugend sind verklärt, die Kämpfe des Mannes sind geschlichtet. Es hat den Jüngling nicht umsonst ringen, nicht umsonst den Mann auf seinen Bahnen kämpfen lassen. Nichts eingebüßt hat der Jüngling, nichts verloren der Mann. Alles Edle und Wahre was sie errungen und wofür sie gekämpft und womit selbst ihre Verluste, und diese am ausgiebigsten, sie bereichert, ist nun zur geistigen, unverlierbaren Erndte des Greisen geworden und es schmückt seine Schläfe der Kranz der reichsten Errungenschaft des Lebens. Er hat nichts mehr zu werden, er ist geworden, er ist, und steht nun da, ein Denkmal der Menschen bildenden Kraft des göttlichen Gesetzes und wandelt einher im Kreise der Lebendigen, auszustreuen die reichen Saaten seiner Früchte, und die Empfänglichen hinaufzu-- locken zu gleichem Streben pflichttreuer Erfüllung des göttlichen Wor-- tes. Sein Leib hat gealtert, sein Geist und sein Herz sind frisch und warm wie in der Jugend, sind klar und stark wie im Mannesalter, es lebt die Unschuld der Kindheit noch in seinem Sinne, es glüht das Feuer der Jugend noch in seiner Brust, es leuchtet das Licht des Mannes noch in seinen Augen, — alles nur gereifter, besonnener, vollendeter, in sich gegründeter, alles gewordener — denn das göttliche Gesetz ist der Wein, in welchem dem Greise die Milch der Kindheit, das Feuer der Jugend und die Wahrheit des Mannes in immer neuer, reicher Frische strömt, bis ihn sein Gott, für eine neue 11m; Arwhl, d ich ung akei gedas keit. häft ührt llack bers othaicht Zaar