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Jeschurun · 1859-06-01 · Heft 9 (Juni 1859) · p. 447

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 9 (Juni 1859)
Article
Siwan
Date
1859-06-01
Page
447 (sequence 3)
Language
German
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Zum Feste der Gesetzgebung. 447 schreitet und ebnet alle Hügel und füllet alle Lücken und entfernt alle Dornen und bricht den Stachel der Scorpionen und zähmt die Wuth der Schlangen und schafft Wasser aus dem Fels und Brod von Himmelshöhen und stellt jede Menschenhütte und jede Seele jeder Menschenhütte unter die besondere Obhut der nährenden, erhaltenden und beglückenden Vaterhuld, und führt Die, die ihm folgen, durch die Wüste in das Land, wo Milch und Honig fließt, — wie aber Die, die von diesem Gesetze lassen und nicht mit Vertrauen und Freudigkeit in seinen Wegen wandeln, in dem was ste erringen keinen Segen, in dem was ste ersparen Wurm und Moder, in ihren Kämpfen keinen Steg, in ihrem Streben das Ziel nicht sinden, — wie sie sich selbst das Grab der Lüsternheit graben und hoffnungslos in der Wüste zu Grunde gehen. Was dieses Gesetz ist? Es ist das Feuer unserer Zugend. Es weckt alle die Gefühle für das menschlich Große und Erhabene in unserer Brust, es tränkt uns mit Begeisterung für den eigenen Lebensberuf, es gießt das Leben und die Kraft durch alle unsere Fibern, es lockt den Geist zur Erkenntniß des Wahren, es lockt das Herz zur Liebe des Rechten und Guten, es zündet das Bewußtsein der eigenen Würde und Bedeutung in der Brust, und richtet die Sinne und stählet den Arm und durchglüht unser ganzes Wesen mit dem einen Entschlüsse: Gott zu dienen mit aller Spannkraft unseres Geistes, mit jedem Pulsschlag unseres Herzens, mit aller Thatkraft unserer Arme, zu leben und zu sterben in seinem Dienste und für ihn, für die Erfüllung seines Willens auf Erden, einzustehen mit der ganzen Entschiedenheit die eben das Bewußtsein seines Dienstes verleiht, im kleinen eigenen Leben, im großen Gesammtleben, wo und wie immer sein Wille uns die Stellung auf Erden verleiht. — Es ist aber auch ein lauterndes und verzehrendes Feuer unserer Jugend. Es läutert die Schlacken aus unser»! Wesen. Es duldet nicht die Lüge und die Verschlagenheit in unserm Geiste, es duldet nicht den Hochmuth und die Selbstsucht, nicht den Haß und die Rachsucht, nicht den Zorn und die Heftigkeit, nicht die Habsucht und den Neid, nicht die Wollust und die Genußsucht in unserm Herzen. Es vernichtet alles Schlechte und Gemeine aus unserm Innern und schaffet Raum, auf daß das Wahre und Gerade, daß die Bescheidenheit und die Hin-

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