Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Siwan
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 446 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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446 Slwan. sen vielen Jahrhunderten, was ist es uns nach allen diesen Jahr- Hunderten, was soll es unsern Kindern und Enkeln werden in der ganzen Folge ihrer Jahrhunderte? Was dieses Gesetz ist? Es ist die Milch unserer Kindheit. Was die Mutterbrust dem aufketmenden leiblichen Leben, das ist dies Gesetz dem werdenden Leben unseres Geistes und Herzens. Es zündet den Funken des Gottesbewußtseins in der kindlichen Brust. Es lehrt unsere kindlichen Gedanken den Gedanken ״Geschöpf" denken in Allem, was aus Himmel und Erde in unsern kindlichen Gesichtskreis tritt. Es lehrt uns den Schöpfer und Meister, den Vater und Herrn ehren und furchten, lieben und bewundern in Allem was uns grüßt. Es lehrt uns selber uns als sein Werk, sein Geschöpf, als sein Kind und seinen Diener ahnen und fühlen. Es läßt uns unter dem Eindruck seiner Lehren und Gebote die große Welt und vor Allem unsere kleine Welt auffassen und denken. Es macht unsere kleine Welt zum Paradiese, in welchem Gottes Stimme ein und aus wandelt und durch ihre gestattenden und versagenden, gebietenden und verbietenden Fingerzeige uns unsere Welt zu einer Welt der Ordnung und des Gesetzes gestaltet, denen wir auch die Große mit Ehrfurcht und Freudigkeit sich beugen, vor denen wir auch die Großen mit Ernst und Willigkeit zurücktreten, die wir auch die Großen mit Ernst und Eifer, mit Freude und Innigkeit erfüllen sehen, und die uns zum Gottesgehorsam wecken und erziehen, in welchem aller Werth und alle Bedeutung, alle Seligkeit und Freude unserer Zukunft liegt. Es war die Milch der Kindheit unseres Volkes. Als Israel ״der Knabe" war, den Gott liebte und den ״er als seinen Sohn aus Mizrajim rief", da führte er es in die Schule, der Wüste, wo das Sandmeer wogt, wo die Felsen starren, wo kein Acker grünt, wo keine Wiesen blühen, wo die Ocde und die Verlassenheit trosiarm den Menschen umfangen, und gab ihm sein Gesetz in die Hand und sprach zu ihm: habe Das, so hast du Alles, wahre Das, so wahrst du Alles, übe Das, so bist du Alles, gehorche Dem und es gehorcht dir die Welt! Und lehrte ihn die Kraft dieses Gesetzes kennen, wie Der, der nicht läßt von diesem Gesetze und mit Freudigkeit in seinen Wegen wandelt, durch Wüsteneien ungefährdet geht, von Gottes Gnade umschtrmt, von Gottes Licht geleitet,wie dies Gesetz ihm voranä