Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1859)
- Article
- Jüdische Armuth und Wohltätigkeit in London
- Date
- 1859-05-01
- Page
- 421 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Jüdische Armuth und Wohlthättgkett in London. 421 haben, die an arme hülfloseWittwen Almosen vertheilen. Es könnten; noch sehr viele Beispiele angeführt werden, die zeigen, daß wohlthättge Bestrebungen die nahe verwandt in ihrem Ziele verschmolzen werden können, und dies ohne Nachtheil für sie selbst und zum i großen Vortheil der Gemeinde die die so gesparten Gelder für an-! dere Zwecke verwenden könnte, hartnäckig gesondert von einander!! gehalten werden. Unsere Synagogen find ferner sehr trefflich geeignet, um Gelji der für wohlthätige Zwecke zu sammeln, genügen aber nur schlecht;! für die Verthetlung derselben. Sie besitzen keine andern Beamten ■j als die Sekretäre. Die Geschäfte derselben sind jedoch im Allgemeinen schon so zahlreich, daß sie nur wenige Zeit der Erfüllung einer Pflicht ä widmen können, die an sich so schwierig ist und viel Zeit und viele! Geduld erfordert. Die Vcrtheilung des Geldes ist für den Sekretär 1 ein Geschäft, wie jedes andere seiner amtlichen Thätigkeit. Er hat J seine bestimmten Stunden, seine Geschäftspraxis; er muß sein lästtj ges Amt in einer bestimmten Zeit abfertigen. Er hat keine Zeit ij sich in eine Unterredung einzulafsen, nachzuforschen, zu rathen, dem i Armen sein Mitleid auszudrücken. Welche Hülse auch immer die!4 erbotene Unterstützung erheische, möge sie Physisch, geistig oder mo-! ralisch sein, er hat immer nur die eine Panacee in Gestalt eines;1 Schillings oder einer halben Krone. Aber dies ist noch nicht Alles.;! Um sich über die vollkommene Unzulänglichkeit des gegenwärtigen 1 Systems ganz klar zu werden, nehmen wir folgenden durchaus nicht :; außerordentlichen Fall; eine arme zahlreiche Familie deren Haupt!!durch einen plötzlichen Zufall außer Stand gesetzt ist für sie zu sorss gen. Die Kinder sind alle klein, die Mutter erwartet jeden Augen- : 1 blick ihre Niederkunft, Fremde und Bekannte die etwa helfen könnten sind nicht da; der Kreis eines armen Mannes sind eben nur wiederum arme Leute. Augenblickliche Hülfe ist hier dringend nothswendig. Der Vater muß entweder ins Hospital geschafft oder im .!Hause gepflegt werden, dem Weibe muß Beistand geleistet, für den!Unterhalt der Kinder im Augenblick gesorgt werden. Wessen Sache!ist es, sich um irgend eine dieser dringenden Bedürfnisse zu kümmern?!Der Sekretär der Synagoge zu d.er sie gehören ist nicht vor dem nächsten Donnerstag zu sprechen. Der Fall mag von der größten i Dringlichkeit, eine Verzögerung von den bedenklichsten Folgen sein, mann; n Arowohl, and ich ngung amkei m get, das :igkeit. eschäft erührt pollack Habers noth- ׳ nicht Baar