Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1859)
- Article
- Ijar
- Date
- 1859-05-01
- Page
- 407 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Sefirah-Betrachtungen. 407 1 ו jj Auges mit ansehen wie philantropische Zwecke zugleich zu Propai gandamttteln für den Abfall vom göttlichen Gesetze mißbraucht werj den, ruhigen Auges wenn z. B. jüdische Handwerkervereine die Noth j und Verlegenheit armer Eltern und Kinder benutzen, sie zur Ver- I letzung des Sabbaths und der Speisegesetze zu nöthigen? Ist es 1 überall genug sich und den Seinigen die Möglichkeit zu schaffen und j zu erhalten, gewiffenstreu zu leben, sind wir dem gleichgesinnten Bru- 4 der nicht die Hülfe zu gleicher Möglichkeit schuldig? Ist das לא תעמוד 1 על דם רעך, das והחזקת בו, das וחי אחיך עמך nur für leibliche, matertelle Noch und Gefahr, Verlegenheit und Mangel gesagt, steht | nicht die חורה mindestens in gleicher Würdigkeit der ״Garbe" zur Seite? Hat das ״ ,כל ישראל ערבים וח לוחjeder Jude ist bei Gott Bürge für den andern", in unserer Zeit seine Kraft und seine Bedeutung verloren? Glauben wir dieser Bürgschaft frei gesprochen zu werden, wenn wir, wie man populär spricht, nur für unsere ״Seele" gesorgt, und haben wir für sie gesorgt, wenn wir nur für sie gei sorgt? j Was aber zu chun? Einem zwiefachen kann sich keiner entziehen. Es gilt das Wort und es gilt die That. Wo die Propa- ' ganda des Abfalls nur mit eigenen Kräften wirkt, und sich für ihre Zwecke keines Unrechts, keines Raubes und keines Gewaltmißbrauchs/ i bedient, da mögen wir Gott die Aenderung ihres Sinnes, die Erleuchtung ihrer Geister und Herzen anheimstellen. Dafür giebts kein j menschliches Tribunal. Wo aber die Propaganda sich unerlaubter j Mittel bedient, wo sie andern Zwecken angehörende, Güter und Mittel mißbräuchlich ihren Zwecken zuwendet, wo sie das zu andern;1 Zwecken geschenkte Vertrauen für Zwecke ihrer Richtung mißbraucht, wo ein Unrecht und eine Gewalt im Gebiete der jüdisch-reli-; giösen Angelegenheiten geschieht, da darf der letzte Jude nicht schwei-! gen, da muß ein Zeder seine Stimme, und wäre sie die veretnzelste, erheben, so lange erheben bis er Erhörung selbst auf Er- I den findet, wo doch gottlob das Recht noch, wenn gleich oft erst ן spät seine Anerkennung findet. Und dieses Unrecht im Dienste der ך Propaganda geschieht häufiger als man meint. Alles, was bis vor > etwa 50 Jahren von jüdischen Gemeinwesen und in jüdischen Ge- 1 meinden für jüdische Zwecke an Rechten, Gütern, Gerechtsamen, E Stiftungen und Vermächtnissen erworben und gestiftet worden, das §