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Jeschurun · 1859-05-01 · Heft 8 (Mai 1859) · p. 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 8 (Mai 1859)
Article
Ijar
Date
1859-05-01
Page
402 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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402 A«r. Gemeinden so wett gekommen, daß der einzelne Jude, wenn er es auch wollte, nicht mehr Jude sein kann, daß er die Anstalten nicht mehr findet, deren er zur Erfüllung seiner jüdischen Pflichten bedarf, oder, sie nicht also findet, daß sich sein Gewissen dabet beruhigen dürste, daß er sie von Männern überwacht und von Händen geleitet erblickt, denen er, nach ihren Prtncipien, vielleicht Alles, nur nicht sein ״religiöses Gewissen" anvertrauen dürfte. Ob es in eurer Gemeinde noch nicht so weit gekommen, ob ihr noch ruhig sein könnt, selbst dann noch ruhig wenn ihr auch die Augen öffnen wolltet, öffnen würdet, auch darüber ruhig sein könnet, daß es nicht etwa morgen, nicht etwa bald, wenn ein oder das andere Augenpaar sich schlösse, auch bei euch dahin kommen würde — und ihr meint euch gerettet zu haben, wenn — ihr — euch — gerettet?! Zählen eure Kinder nicht zu euch — könnt ihr eurer gedenken ohne auch ihrer zu gedenken, und ihr hättet euch gerettet, vermöchtet euch zu retten, wenn ihr es gehen ließet wie es eben geht?! Fasste nur Jeder, der es mit der Thora mindestens so ernst wie mit der Garbe meint, auch nur die eine Aufgabe, doch sicherlich die geringste und darum die unerläßlichste zuerst ins Auge: sich und seinen Kindern die Möglichkeit zu schaffen, resp. zu erhalten, Jude zu sein, welch eine Fülle von Sorgen und Thätigkeiten eröffnete sich in unserer Zeit einem Jeden hiermit, Sorgen und Thätigkeiten, die dann aber auch sofort dem Allgemeinen zu gute kommen und die ihre Prüfungen und Opfer fordern, die auch nur mit מסירו! נפש, mit Daransetzung unserer ganzen Persönltchkeit bestanden und gelöst sein wollen. Diese Möglichkeit Jude zu sein ״war der Compaß und die Feuer- und Wolkensäule", die unsern Vätern zeigten wo sie sich ntederlassen, zeigten wo sie ausbrechen sollten. Nur wo ihnen diese Möglichkeit gesichert, da, nur da . sahen sie ihre Heimath, und sich und die Ihrigen diese Möglichkeit zu schaffen und zu erhalten, das war der leitende Gedanke, der sie zu gemeinsamen Wirken vereinte. Und diese Möglichkeit muß auch uns in unsern Tagen zuerst beschäftigen und leiten. ,Sind die Hindernisse minder schwierig, minder bedenklich weil sie heute nicht in ntchtjübischer Feindseligkeit, sondern im Abfall, in der Gleichgültigkeit, und im prtnciptellen Fanatismus unjüdisch gewordener eigener Brüder wurzeln? Fordern sie darum minder aus zum Kampfe und zum

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