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Jeschurun · 1859-05-01 · Heft 8 (Mai 1859) · p. 401

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 8 (Mai 1859)
Article
Ijar
Date
1859-05-01
Page
401 (sequence 5)
Language
German
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i Sbfirah-Betrachtrmgen. 401 l Eben weil heutzutage Größtes und Kleinstes, das nur irgend wie j und irgendwo die Interessen und Meinungen von drittehalb Menj schen berührt, seine Vertretung und Besprechung im össentlichen Worte j findet, eben darum dürft ihr auch von eurer Sache nicht schweigen. Mit eurem Schweigen trüget ihr in den Augen der öffentlichen Meij nung eure Sache selbst in das Register derjenigen Sachen ein, die I bereits abgeurtheilt und verurtheilt sind, deren Zeit abgelaufen ist, i die keine Stätte mehr haben in den Geistern und Gemüthern der j Menschen und für die Keiner wehr den Muth und das Verlangen i fühlt ein männliches offenes Wort zu reden. Und gilt euch dies Url theil der öffentlichen Meinung so gering? Meint ihr es stünde nicht i anders, nicht besser um unsere Sache, wenn man seit dreißig Jahren | nicht bequem oder vornehm es verschmähet hätte das öffentliche Wort auch für unsere Sache geltend zu machen, wenn man die Stimmen j unsrerseits nicht so vereinzelt gelassen, daß sie dem oberflächlichen § Beschauer nur wie die Stimmen einzelner Sonderlinge erscheinen, g wenn auch auf der Arena des öffentlichen Wortes Phalanx sich der | Phalanx gegenüber geschaart? — Aber freilich habt ihr Recht, daß das die kläglichste Verirrung 8 unserer Tage wäre, Worte nur für That und gar gedruckte Worte i; für der Thaten glänzendste zu halten, freilich habt ihr recht verächtlich auf die Eitelkeit hinzuweisen, die das öffentliche Wort nur zu g ihrer Verherrlichung ausbeutet und mißbrauchen — läßt; habt doppelt recht auf die Gefahr hinzuweisen, die in der Nachahmung Je- 8 uer lauert, welchen es genügt, ein Werk rettender, beglückender That — öffentlich besprochen zu haben, und die sich an dem wohlfeilen 8 Lorbeer antieipirten Ephemeridenlobes so berauschen, daß es ihnen ij nun wenig gelüstet, den nur im Schweiße der Arbeit und der Sorge;1 zu zeitigenden echten Lorbeer der That zu erringen. Aber darin habt S; ihr nicht Recht, diese papierne Arbeit, wie ihr sie nennt, einp mal ganz bei Seite, daß ihr sonst für die heiligste der Sachen, dereu Altarfeuer mit jedem Athemzuge genährt sein will — und kann,!׳ für welche die Väter lebten und — starben, daß ihr für diese Sache, | nichts zu thun vermöchtet. l Es sei genug, wenn ein Jeder von euch nur sich selber rette? j Hat er sich denn gerettet wenn er sich gerettet? Seht euch doch um und schließet die Augen nicht! Schon ist es in nicht wenigen I

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